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DUESENJAEGER

Schimmern

Als dieses nach „Las Palmas O.K.“ (2004) zweite Album der 2000 in Osnabrück gegründeten DUESENJAEGER 2006 erschien, schrieb Jörkk Mechenbier dazu in Ox #68: „Deutschsprachiger Punkrock mit Herz und Verstand und mit Knüppel aus dem rhetorischen Sack, statt in der mit Parolen verschmierten Tasche. Auch DUESENJAEGER, Hand in Hand mit PASCOW, TURBOSTAAT, DIE ROTE SUZUKI, BOXHAMSTERS, GRAF ZAHL, TREND und vielen anderen mehr, werden weiterhin dafür sorgen, dass deutscher Punk bei eingehenderer Betrachtung weitaus besser und vor allem anspruchsvoller ist als sein gemeinhin schlechter Ruf. Eine wundervolle, sehr homogene Platte, die den Anspruch hat, kein Geschwafel oder gar Besserwissereien aufzunötigen, sondern Veränderungen und Beobachtungen aus dem eigenen Leben und dem Leben derer, die einen umgeben, herauszuschreien, festzustellen oder auch einfach mal in den Raum zu werfen.“ In der Rückschau zeigt sich, wie treffend seine Analyse einst war, und die Tatsache, dass dies die dritte Neuauflage des Albums ist, reicht schon als Hinweis darauf, dass damit ein Neo-Klassiker des deutschen Punkrock veröffentlicht wurde. Damals kam das Album auf Go-Kart Records Europe, einem seltsamen und kurzlebigen deutschen Ablegers eines ebenfalls längst vergessenen Labels aus New York. 2012, 2014 und 2016 gab es dann Neuauflagen auf Grabeland, und nun 2022 eine weitere, quasi zur Einstimmung auf das 2023 anstehende neue Album – „Treibsand“ ist ja auch schon wieder von 2016. Irgendwann vor der Pandemie hatte ich DUESENJAEGER mal wieder live gesehen und war begeistert, wie gut die doch sind. Wem „Schimmern“ noch fehlt als „missing link“ zwischen Punkrock vor zwanzig Jahren und heute, dem rate ich zu diesem Repress auf dickem Vinyl.