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FLEET FOXES

Shore

Nix für echte Punks, aber für aufgeschlossene Ohren! Das gilt bei den FLEET FOXES seit dem Debüt. Nachdem das letzte Album „Crack-Up“ für meinen Geschmack zu sehr Richtung „Kunst“ tendierte, schlägt das Pendel bei FLEET-FOXES wieder ein wenig mehr in Richtung „Pop“. Dies spiegelt sich nicht nur in Songstrukturen und -längen wider, sondern auch im Sound. Weiterentwicklung hin oder her – gerade auf Albumlänge fehlt im Falle der FLEET FOXES der außerweltlich-getragene, fast schon sakrale Hall. Dabei geht es mit dem introvertierten Opener „Wading in waist-high water“ überraschend gut los. Bereits das folgende „Sunblind“ sowie „Can I believe you“ sind dann jedoch etwas unspektakulärer Folk-Pop für Leser:innen des Rolling Stone Magazine (dort dann in Verbindung mit dem Adjektiv „zeitlos“). Auch wenn der großartige BEACH BOYS-geschulte Harmoniegesang immer wieder aufblitzt, wirkt er auf „Shore“ immer mehr wie ein Selbstzitat. Auf der Haben-Seite: „Featherweight“, das mit wohliger AMERICA-Softness punktet, und das etwas verquere „Quiet air / Gioia“, das sich in der zweiten Hälfte jazzmäßig verschiebt. Spätestens in „Going-to-the-sun road“ haben die FLEET FOXES das Ruder wieder rumgerissen. Mit portugiesischem Gastgesang des brasilianischen Singer/Songwriters Tim Bernardes, Cembalo und Bläser-Outro kleidet der Song die verschrobenen Ideen des Debüts in ein eingängiges Pop-Format. Gerettet in der zweiten Albumhälfte!