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MOFAKETTE

Ét Voilà, La Réalité

Wie umgehen mit einer Band, deren Mitglieder offensichtlich Ü30 sind, aber mit ihrer Band tief in ihrer Jugend in den Neunzigern feststecken? MOFAKETTE bieten grundehrlichen melodiösen Skatepunk mit deutschsprachigen Texten – als Referenzen könnte man WIZO, TERRORGRUPPE und die lang vergessenen TOXIC WALLS nennen. Die grundsolide DIY-Haltung, mit der MOFAKETTE ihre Platten rausbringen, ist definitiv anerkennenswert. Textlich ist man sehr direkt, aber auch vielfältig. Es sind die Themen, die eine Band aus vierzigjährigen Männern genauso abhandeln kann wie eine Jung-Punkband, die aus Zwanzigjährigen besteht: Strukturen der Lohnarbeit („Heut nicht“), Klimawandel („Ich tu nur noch, was ich will“), Befindlichkeiten in der westlichen Konsum-Welt des 21. Jahrhunderts. Wie gesagt, super sympathisch, musikalisch aber ein wenig in den Neunzigern stehengeblieben. Das ist schade, denn mit „Lemmys Leber“ haben MOFAKETTE den perfekten Text gegen Vergangenheitsverklärung geschrieben. Was leider unglaublich finster ist: Das Comic-Artwork der CD und, nun ja, auch der Name. Alles in allem definitiv sympathisch. Überraschend oder spannend? Eher wenig.