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WAYSTE

The Flesh And Blood

Es passiert nicht oft, dass aus der deutschen Hardcore-Szene eine Band hervorgeht, die sich deutlich vom Tenor löst und distinktiv ihren eigenen Weg geht. WAYSTE aus Leipzig sind so eine Ausnahme. Das Trio veröffentlicht mit „The Flesh And Blood“ sein Debütalbum und dieses überzeugt auf ganzer Linie. Das stetig erfinderische und geistreiche Songwriting hantiert spielerisch mit gesetzlos-chaotischen Parts im Stil von Größen wie CONVERGE, die mit geordneten Taktmustern brechen und die Hörerschaft orientierungslos bleiben lassen. Nichtsdestotrotz schafft der Longplayer es, durch seine vielen, oft überraschenden delikat-ruhigen Momente und Passagen die durchweg nachtfarbene Atmosphäre nicht in Überforderung verebben zu lassen. Ganz im Gegenteil: der Ideenreichtum der Leipziger füttert die Songs mit ausreichend eingängigen Episoden, die das Mitsingen nicht verbieten, und schafft ein Auf und Ab in Tempo und Struktur, das die überdurchschnittliche Länge der Platte spannend gestaltet. Zu alledem wurde das Album (bis auf die Vocals) komplett live eingespielt, was der beachtlich breiten und druckvollen Produktion keine Abstriche bringt, sondern ihr lediglich das Leben einhaucht, was so vielen lupenrein-fett gemixten Hardcore-Platten heutzutage fehlt. Ich bin gespannt darauf, wo „The Flesh And Blood“ WAYSTE hinführen mag.