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UNEARTH

The Wretched; The Ruinous

Album Nummer acht der Metalcore-Veteranen markiert durchaus eine echte Zäsur in der Geschichte der Bostoner Truppe. Nach der Trennung von Gründungsmitglied und Saitenhexer Ken Susi sowie dem langjährigen Drummer Nick Pierce sind mit Ex-Schlagzeuger Mike Justian und Klampfer Peter Layman zwei neue Gesichter an Bord. Da wäre die Erwartungshaltung zweifelsohne legitim, dass sich auf „The Wretched; The Ruinous“ auch in musikalischer Hinsicht einiges bewegt. Weit gefehlt! Das neue Album der US-Amerikaner ist vielmehr eine Hommage an die Anfangstage der Truppe: Es gibt doppelläufige Gitarren satt, wuchtige Breakdowns, angepisste Shouts. Fans der ersten Stunde dürften beim Genuss der elf Tracks daher durchaus in Freudenwallungen verfallen. Das einzige Problem: Songs wie das flotte „Cremation oft the living“ oder das eingängige „Mother betrayal“ versprühen zwar das wohlige UNEARTH-Flair früherer Tage, wirken letztlich aber eben nur wie ein – zugegebenermaßen sehr guter – Aufguss altbekannter Taten. Lediglich das dezent Hardcore-lastige „Broken arrow“ bricht diese Lethargie etwas auf. Am Ende liefern die Bostoner zweifelsohne ab und legen eine grundsolide Platte vor. Wirkliche Ausschläge – in negativer wie positiver Hinsicht – bleiben dabei aber aus.