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PERE UBU

Trouble On Big Beat Street

Dem inzwischen siebzigjährigen, schon immer mit ziemlich viel Körpergewicht belasteten PERE UBU-Frontmann David Thomas geht es wohl inzwischen gesundheitlich nicht mehr besonders gut, zweimal hat man ihn schon wiederbeleben müssen, dreimal die Woche muss er zur Dialyse und der Rollator ist inzwischen auch zur Normalität geworden. Insofern muss man wohl jedes neue Album seiner 1975 in Cleveland gegründeten Band, hervorgegangen aus ROCKET FROM THE TOMBS, so genießen, als ob es das letzte wäre. Dem neuen, 19. PERE UBU-Album „Trouble On Big Beat Street“ (zuletzt erschien 2019 „The Long Goodbye“) hört man Thomas’ Gesundheitszustand aber nicht an, denn der klingt immer noch so giftig und unangepasst wie 1978 zu „The Modern Dance“-Zeiten und bleibt seinem sperrigen Avant-Garage-Sound treu ohne irgendwelche Anflüge von Altersmilde.Und aus kommerziellen Gründen hat Thomas eh noch nie Musik gemacht oder machen müssen. Im Gegensatz zur Vinylfassung besitzt die CD sieben Stücke mehr, die ebenfalls während der „Trouble On Big Beat Street“-Sessions entstanden. Wenn man in den letzten 48 Jahren nicht ein einziges Mal etwas von PERE UBU gehört hat, muss man jetzt wahrscheinlich auch nicht mehr damit anfangen beziehungsweise ausgerechnet „Trouble On Big Beat Street“ als Einstieg wählen. Aber Thomas’ musikalischer Kosmos bleibt auch hier einzigartig und jederzeit wiedererkennbar, selbst wenn sich manche avantgardistische Taktiken über die Jahre etwas abgenutzt haben sollten.