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MARTHA ROSE

Undress & Dive After

Aah, das zweite Werk, das unverkrampft und lässig mit kleinen, aber feinen Minimal-Pop-Perlen ganz unverhofft um die Ecke kommt. Wie beim Debüt bestimmt die Stimme von Martha das Gefüge, die zart, verwundbar und verträumt über allem schwebt. Ganz und gar nicht cheesy, sondern ungekünstelt und authentisch macht es den Unterschied zu denen aus, die wollen und nicht können. Martha kann! Zwischen den neun Songs ist nun auch ein Mal das Mittelalter kurz zu Gast („Unreal“) und der Funk („Give it to you“). Ähnlich gechillt und entspannt wie Labelkollege JFR MOON, wobei der bei mir live besser funktioniert, während Martha Rose auf Platte gewinnt, weil hier die mehrschichtigen Gesangsspuren zur Geltung kommen, die sie live schlecht alle selber singen kann. Der SOKO-Vergleich hinkt inzwischen, weil wir uns zum Glück nunmehr in verschiedenen Galaxien bewegen. Feine Produktion, die zur Abwechslung mal nicht vom üblichen Verdächtigen stammt. Anspieltipps: „Coffee love“, „Unreal“ und „I’d like to meet you“. Keine Musik für nebenher, nichts für Bollofetischisten, aber für offene Ohren, die es auch mal leise und sanft mögen. Musik, die man damals gerne zur Hand gehabt hätte, wenn es zweisam wurde, aber wir hatten ja nix außer Lärm und daraus resultierende kurze Beziehungen.