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Interviews

HAWAIIANS

Hula-Horror-Beach-Porno-Pop-Punk-Rock'n'Roll from planet Hawaii

Ich finde es sehr schön, wenn ich eigene pessimistische Prognosen nach einiger Zeit selbst widerlegen kann. Im Sommer 2006 war ich zum Beispiel noch der traurigen Überzeugung, Pop-Punk sei mausetot. Mittlerweile kommt wieder einiges an guten Veröffentlichungen aus diesem Bereich, da seien exemplarisch nur mal die neuen Scheiben der APERS, MANGES und SONIC DOLLS genannt. Und in diese Riege reihen sich auch nahtlos die HAWAIIANS aus Westerkappeln ... - oh, Pardon - vom Planeten Hawaii ein. Das Debütalbum "Teenagers Love" war 2002 schon ein echter Hit, der nun nach vier Jahren mit "Hula On Mars" einen würdigen Nachfolger gefunden hat. Zwischen den beiden Platten ist einiges passiert und dazu und allen anderen wichtigen Fragen standen mir Paul (Gesang, Drums), Juke (Bass, Gesang) und Jens Dance (Gitarre, Gesang) Rede und Antwort.





Mit dem neuen Album "Hula On Mars" habt ihr ganz entgegen der jahreszeitlichen Wetterverhältnisse schon im Januar eine erstklassige Sommerplatte rausgebracht. Vorher hatte ich eine ganze Weile nichts mehr von euch gehört hatte, was war los im HAWAIIANS-Lager?


Juke: Stimmt, es hat sich schon ziemlich lange hinausgezögert, bis das Album erschienen ist. Zum einen haben wir eine sehr lange Zeit in zwei verschiedenen Studios verbracht, so dass wir von November 2005 bis April 2006 mit den Aufnahmen beschäftigt waren. Vor der Veröffentlichung bei Kamikaze Records blieb noch die Frage der Covergestaltung. Wir haben spontan Fritte angefragt, uns das Cover zu malen, was natürlich wieder einiges an Zeit gekostet hat. Aber dafür hat sich das Warten sehr gelohnt!

Paul: Wir haben vorher aber noch zwei Songs zum Kamikaze-Sampler "Banzai Pop Punk Nuggets" beigesteuert. Außerdem waren wir mit den mittlerweile leider aufgelösten TRAVOLTAS unterwegs und einige Tage mit den netten Mädels von den RIPLETS auf Tour.



Warum hat Beppo Hawaiian, euer alter Frontmann, die Band denn verlassen?

Juke:
Beppo hat uns nach unserer ersten Tour mit den TRAVOLTAS angerufen, um sich von der Band zu trennen. Seine Vorstellung eines perfekten Pop-Punk-Sounds hatte sich einfach geändert. Um seine Ideen umsetzen zu können, hätten wir das komplette bestehende Bandkonzept über Bord werfen müssen, und mindestens zwei weitere Bandmitglieder gebraucht. Ein paar Tage später hatten wir dann die Idee, Westerkappelns größte Rock'n'Roll-Granate Jens Dance unter Vertrag zu nehmen. Der passte einfach gut zu uns, man denke nur an "The Hawaii-Jens", "Hawaiians wanna Jens" und so weiter. Bevor er zu uns gekommen ist, hat er schon bei LOS PUTOS Pop-Punk gemacht und im Moment zupft er auch noch bei RICHIE HUNTER die Saiten. Mit ihm sind wir heute besser in Form denn je, das sagt sogar Beppo selber. Übrigens hat der Beppo mit dem kanadisch-deutschen Pop-Punk-Projekt BUBBLEGUM VOYAGE eine brandneue Band am Start. Die Jungs wollen noch dieses Jahr ein französisch-englisches Album raus bringen, mit einer Mischung aus TRAVOLTAS, PLASTIC BERTRAND und den REZILLOS. Ich bin da sehr gespannt!



Ich auch! Wie sind denn die Songs für "Hula On Mars" entstanden? War Beppo da noch beteiligt? Ich hab ein wenig das Gefühl, dass ihr jetzt teilweise eher in die TRAVOLTAS/PSYCHOTIC YOUTH-Ecke geht, was die Scheibe schön abwechslungsreich macht.

Paul:
Also in eine Ecke geht man ja nur, wenn man sich schämt. Ich glaube, wir tun das nicht. Wenn es so klingt, ist es mit absoluter Sicherheit keine beabsichtigte Entwicklung. Wir singen immer noch von wilden hawaiianischen Pop-Punk-Tänzen, Hula tanzen auf dem Mars, Mädels mit geheimnisvollen Riesenfüßen und so weiter. Und ja, Beppo war noch deutlich beteiligt. Er hat wirklich super Ideen für Melodien, da macht ihm so schnell keiner etwas vor.



Wo du es gerade ansprichst: ein Lied, das mich etwas ratlos zurücklässt, ist "My baby's got mystery feet". Worum geht's denn da?

Paul:
Das wird nicht verraten. Lies dir den Text doch mal durch, du Pappnase: "She's got a secret that I promised to keep ..."



Wie kommt es eigentlich, dass man in einem nordwestdeutschen Provinzkaff wie Westerkappeln so einen Fetisch für Hawaiihemden entwickelt? Wart ihr selber schon mal auf Hawaii?

Paul:
Ob wir schon mal auf Hawaii waren? Na, hör mal, wir sind doch mit unserem Raumschiff direkt von unserem eigenen Planeten Hawaii auf die Erde geflogen, um hier unser Unwesen zu treiben. Wir sind Hawaii und ihr könnt alle gern auf uns herumtollen!

Jens Dance: Auf uns herumtollen? Nicht dass die Palmen abknicken, hehe.

Juke: Genau, und das sind auch gar keine Hawaiihemden, sondern unsere Raumanzüge!



Ich werde das Gefühl nicht los, dass hier extrem viel Unsinn geredet wird. Also schnell zu ernsteren Themen: Vor circa einem halben Jahr hab ich mal die These aufgestellt, Pop-Punk sei tot. Wie seht ihr denn die Situation der "Szene"? Tut sich wieder was?

Paul:
Tot ist Pop-Punk definitiv nicht und wird es auch niemals sein! Es ist jedoch traurig zu sehen, dass sich so fantastische Bands wie die TRAVOLTAS auflösen, es im Gegenzug dazu aber nur wenig guten Nachwuchs gibt. Aber es hat sich schon einiges geändert. Der Pop-Punk ist eher zu einer Art Trendform geworden, alle haben diese Phase dann eben deshalb, weil es alle gut finden. Das passiert dann aber nur an der Oberfläche: Mädels haben plötzlich alle Chucks an und RAMONES-T-Shirts, hören aber doch TOKIO HOTEL. Eine wirkliche Beschäftigung mit der Musik hinter dem Trend passiert nicht. Es ist wie mit den Pubertätsvegetariern: Ich esse nie wieder Fleisch, ich weiß aber nicht warum, aber ist ja auch egal, weil ich das jetzt eh nur so lange mache, bis die anderen damit aufhören!

Juke: Also ich muss sagen, dass ich immer wieder auf neue grandiose Pop-Punk Bands zum Beispiel bei MySpace treffe. Die haben jedoch meist keine Chance, ihre Songs zu veröffentlichen. Viele Labels klammern sich halt entweder nur an die zur Zeit bewährten Bands fest, oder nehmen nur Bands auf, die schon größer im Geschäft sind. Das Risiko mit einer unbekannten, aber dafür frischen Band zusammenzuarbeiten, geht leider kaum noch ein Label ein. Schade.

Jens Dance: Natürlich interessieren sich die Kids noch für Pop-Punk. Gerade bei Konzerten in Städten wie Leipzig, Berlin oder Chemnitz haben wir festgestellt, dass die Szene dort sehr aktiv ist.



Ja, ich hab auch das gute Gefühl, dass sich im Moment wieder ordentlich was tut. Was bringt die Zukunft für die HAWAIIANS, was können wir von euch erwarten?

Paul:
Wir möchten dieses mal nicht so viel Zeit bis zur nächsten Veröffentlichung verstreichen lassen. Schon Ende des Jahres werden wir ganz langsam mit neuen Aufnahmen beginnen.

Juke: Und was dann daraus wird, kann man später immer noch entscheiden. Ich persönlich würde eine Veröffentlichung im Ausland klasse finden, zum Beispiel in Japan. Dort ist schon unser Debütalbum sehr gut angelaufen, obwohl die Portokosten für die Kids in Japan ungemein hoch sind. Ach ja, und zur bald erscheinenden Surf-DVD "PWA World Tour 2006" haben wir den Song "Hawaiians wanna dance" beigesteuert.

Jens Dance: Konzerte sind auch in Planung. Anfragen bitte an bubblebeatbooking@yahoo.de! Wir freuen uns vor allem schon sehr auf das Garage Craze Festival am 31. August in Oberhausen, das unter anderem von den NIMRODS mitorganisiert wird.


Bernd Fischer

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #71 (April/Mai 2007)

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