Interviews & Artikel : JAGGER HOLLY :: ox-fanzine.de

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Interviews & Artikel

JAGGER HOLLY

Internationale Playboys

Der US-Amerikaner Jagger Holly hat sich nach seinen beiden Lieblingsentertainern Mick Jagger und Buddy Holly benannt und ist Frontmann der gleichnamigen Band. Er bringt eingängige Pop-Punk-Hits mit einer Schlagzahl und Güte raus, dass man nur staunen kann. Er ist kein unbeschriebenes Blatt, denn bereits als Frontmann von den SPASTIC HEARTS hat er sich musikalische Meriten erworben. Jagger Holly zählt zu den letzten wahren internationalen Playboys und kämpft mit diversen Line-ups einen scheinbar aussichtslosen Kampf für ein DJ-freies Europa.

Wer gehört neben dir zur Band?

Wir haben unterschiedliche Line-ups für Amerika und Europa. In den USA besteht die Band aus Lennon Lee Roth an der Gitarre, Ringo Moon an den Drums und mir, Jagger Holly, an Bass und Mikro. In dieser Formation haben wir auch unser Debütalbum „DJ Free Europe“ eingespielt. Da ich jetzt in Österreich lebe und die beiden nicht oft nach Europa kommen können, sind wir hier mit einem alternativen Line-up unterwegs. Vorrangig unterstützen mich dabei Matt und Mike von den DEECRACKS.

Was hat dich nach Europa verschlagen?

Ich toure seit 2007 durch Europa, 2009 habe ich dabei eine Frau kennen gelernt, mit der ich mehrere Jahre eine Fernbeziehung geführt habe. Vor eineinhalb Jahren haben wir dann geheiratet, und ich bin nach Innsbruck umgezogen.

Das erinnert an Kevin von den APERS, der auch der Liebe wegen nach Innsbruck gezogen ist.

Kevins Frau ist meine Schwägerin, unsere Frauen sind Zwillingsschwestern. Sie haben offenbar eine Schwäche für Punkrocker. Kein Wunder, beide haben früher bei den SHIRLEY MACLAINES gespielt.

Bist du aufgrund der aktuellen Entwicklung in den USA froh, jetzt in Europa zu leben?

In den letzten Wochen habe ich schon einigen Leuten erzählt, dass ich wegen Trump nach Europa gezogen sei. Aber der Umzug war natürlich deutlich vor dem Zeitpunkt, als dieses Desaster absehbar war. Man kann nur hoffen, dass die nächsten vier Jahre schnell vorübergehen und nicht in einer Katastrophe enden.

Unterschiedliche Line-ups verbessern die Flexibilität und Verfügbarkeit.

Richtig. Im Mai spielen wir eine US-Tour mit den TEENAGE BUBBLEGUMS, die werden wir mit dem US-Line-up bestreiten. Die DEECRACKS sind bei ihrer letzten US-Tour des Landes verwiesen worden und werden wohl noch ein paar Jahre Probleme haben, in die USA einzureisen.

Welche Erfahrungen hast du damit gemacht, mit wechselnden Leuten aufzutreten?

Alle Bandmitglieder sind professionelle Punkrocker, die ihre Instrumente beherrschen. Als ich das erste Mal mit Matt von den DEECRACKS und Casey beziehungsweise Ringo auf Tour gegangen bin, hatten wir keine Möglichkeit, vor den Auftritten gemeinsam zu proben. Ich hatte vorher Matt die Songs geschickt und war gespannt, ob das funktioniert. Es lief reibungslos, Matt kannte die Songs genauso gut wie ich. Ich musste ihm auch nicht groß erklären, wie die Songs funktionieren.

Aber die unterschiedlichen Bandmitglieder spielen die Songs bestimmt nicht zu 100% identisch.

Richtig, sie alle bringen eine gewisse persönliche Note ein. Es geht nicht darum, die Songs wie auf dem Album perfekt 1:1 nachzuspielen. Da gibt es diese kleinen Abwandlungen, bei denen ich nur denke: Hey, das klingt cool, da wäre ich selbst nie drauf gekommen. Das sorgt schon für einige frische Variationen, am Ende bleiben es aber doch die gleichen Songs, wirkliche Überraschungseffekte bleiben aus.

Sind die SPASTIC HEARTS eigentlich noch aktiv?

Das ist natürlich schwierig, wenn ich in Europa lebe. Casey ist der Drummer von den SPASTIC HEARTS und im US-Line-up von JAGGER HOLLY. Mickey, der Bassist von den SPASTIC HEARTS, hat mit mir zusammen das JAGGER HOLLY-Album aufgenommen. Irgendwie sind die beiden Bands doch sehr eng miteinander verzahnt. Ich würde gerne noch mal ein Album mit den SPASTIC HEARTS einspielen, aber mit ihnen auf Tour zu gehen, wird schwer. Aktuell gibt es leider keine Aktivitäten.

Sind JAGGER HOLLY und SPASTIC HEARTS nicht der gleiche Inhalt in unterschiedlichen Verpackungen?

Es sind natürlich die gleichen Leute, aber ich sehe trotzdem Unterschiede. Ich schreibe die Songs für beide Bands, aber für mich ist JAGGER HOLLY schon eine auf das Wesentliche reduzierte Version von den SPASTIC HEARTS, etwas simpler und ein bisschen mehr Punkrock, etwas mehr RAMONES, etwas mehr geradeaus. Aber das Ergebnis ist natürlich ähnlich.

Wie sind die aktuellen Reaktionen auf euer Album?

Der schwierigste Teil ist, Leute, die die Band noch nicht kennen, dazu zu bringen, sich es anzuhören. Nichtsdestotrotz ist es bisher das Album mit den besten Reviews und den besten Verkaufszahlen.

Das Album ist auf verschiedenen Labels erschienen. Ist das eine wirtschaftliche Notwendigkeit?

Es ist zumindest sinnvoll, wenn du auf Vinyl veröffentlichst. Das Problem ist, dass die Herstellung und der Versand von Vinyl sehr teuer sind. Da ist es hilfreich, unterschiedliche Labels für Europa und die USA zu haben. LPs zwischen den Kontinenten hin- und herzuschicken, ist kaum bezahlbar.

Erkennst du bei den Verkäufen auch die steigende Nachfrage nach Vinyl?

Man merkt das schon, trotzdem kommst du auch an CDs nicht ganz vorbei. Wir verkaufen einige Alben nach Japan, da laufen hauptsächlich CDs. Sie sind inzwischen für einen Spottpreis herstellbar. Was gut nachgefragt wird, ist Vinyl mit zusätzlichem Download-Code, wobei ich mit dem ganzen digitalen Kram nicht so viel anfangen kann.

Die Vinylversion habt ihr auch mit dem Hinweis „Dieses Album wird ohne Download-Code verkauft“ beworben.

Ich stamme noch aus der Generation, die einen Tonträger anfassen und ein großes Cover mit Bildern und Texten anschauen möchte. Ich möchte lesen, wo die Musik aufgenommen wurde und wer von der Band gegrüßt wird. Ein gutes Album soll von der ersten bis zur letzten Sekunde eine Geschichte erzählen. Wenn sich Leute einen einzelnen Track als Download kaufen, ist das doch nichts Halbes und nichts Ganzes. Ein Album ist mehr als eine zufällige Zusammenstellung einzelner Songs. Digital Files haben keine Seele, kein Herz, keine Leidenschaft. Mich haben schon einige Fans angeschrieben, dass sie den Download-Code in der LP-Hülle nicht gefunden hätten. Denen habe ich dann geantwortet, dass sie dann eben noch die CD kaufen, in ihren Rechner einlegen und rippen müssen. Das Verständnis dafür war aber sehr begrenzt.

In den Linernotes findet sich ein deutliches Plädoyer für ein DJ-freies Europa.

Das ist mein persönlicher Krieg und eine Reaktion auf die Entwicklung hier. Vor der Veröffentlichung des Albums waren wir einige Male auf Tour. Es ist mehrfach passiert, dass ich nach sechs Monaten wieder in einem Club auftreten wollte, und diese Läden waren geschlossen oder zu reinen DJ-Clubs geworden, die keine Live-Bands mehr spielen lassen wollen. Dahinter steckt dann dieser bescheuerte Gedanke: Warum soll ich eine ganze Band mit 300 Euro bezahlen, wenn es auch reicht, einem Typen 50 Euro dafür zu geben, dass er ein paar Knöpfe drückt? Diese Mentalität führt dann dazu, dass Bands wichtige Auftrittsmöglichkeiten verlieren.

Du hast jetzt gute Einblicke in die Pop-Punk-Szene von Europa und die der USA. Wo sind Gemeinsamkeiten, wo sind Unterschiede?

Als Band hat man es in Europa deutlich besser. Die Veranstalter gehen respektvoller mit dir um. In den Clubs in Europa ist es eine Selbstverständlichkeit, neben deiner Gage auch noch Drinks, Essen und einen Schlafplatz zu bekommen. Das ist in den USA längst nicht so. Die Fanbasis ist schon vergleichbar, aber in Europa ist es einfacher, auch mal unter der Woche Leute in ein Konzert zu bekommen.

Ihr habt euch als Band als die „last international playboys“ bezeichnet. Wieso?

Es gab eine Zeit, da sind wir ständig nur getourt und zwar nach Kanada, Europa und Mexiko. In unserer Heimat in der Nähe von Cleveland in Ohio gab es kaum Bands, die so etwas geschafft haben. Das hatte dann in den Augen unserer Freunde schon so etwas Mondänes. Und irgendwann hat ein Bekannter schließlich diesen Spruch gebracht, den wir dann übernommen haben.

Was sind eure Pläne für die Zukunft?

Ende April geht es nach Japan für eine zehntägige Tour zusammen mit der japanischen Band THE NERDY JUGHEADS, ein gemeinsames Split-Album kommt vorher noch auf Monster Zero, Waterslide und Outloud raus. Dann wird noch eine Split-7“ mit den YUM YUMS auf Monster Zero erscheinen. Die YUM YUMS sind definitiv die beste Powerpop-Band, die ich kenne. Ende des Jahres würden wir dann gerne selbst noch ein Album rausbringen. Das ist aber bei den derzeitigen Vorlaufzeiten in den Presswerken eher unrealistisch.

Axel M. Gundlach

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #131 (April/Mai 2017)

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2017 wird ein fettes Jahr für die BROILERS werden. Die Band hat an neuen Liedern gearbeitet, neue Ideen entwickelt, sich neu sortiert und Energie nachgetankt. Ziemlich bereit, endlich wieder auf die Bühnen zu steigen und dem gerecht zu werden, wofür ... mehr

 
 

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