BIONIC

Deliverance CD

Was ist dieser Jonathan Cummins doch für ein wandelbarer Mensch: Mit seiner Ex-Band DOUGHBOYS veröffentlichte er eine Reihe doch eher seichter Pop-Punk-Alben, das BIONIC-Debüt von 2000 war fast schon Powerpop mit allerdings recht verquerer Rhythmik.

Und jetzt kommt der Mann plötzlich mit einer waschechten Schweinerock-Platte um die Ecke, und man könnte meinen, er habe in seinem Leben nichts anderes gemacht, als die Rocksau rauszulassen.

Das Cover deutet es an - die Verstärker stehen auf Zehn, die Vorbilder heißen auf einmal AC/DC, MC5 oder, um mal ein paar Bands neueren Datums zu zitieren, QUEENS OF THE STONE AGE und DANKO JONES.

Letzterem wird auch gleich mit einem Song Tribut gezollt ("A Political Song For Danko Jones To Sing"). Und was soll man sagen? BIONIC machen es keinen Deut schlechter als ihre Vorbilder. "Deliverance" ist ein rohes Stück Fleisch, laut, aggressiv und ordinär.

Oder sogar psychedelisch wie beim abschließenden "Do It Now", das elf Minuten lang ist und trotzdem fesselt. Die Pop-Vergangenheit macht sich nur noch insofern bemerkbar, als das die Kanadier Refrains schreiben, die sich sofort in den Hirnwendungen festfräsen.

Bestes Beispiel ist das knatternde "Disarm". Solch ein Song würde heutzutage auch einer Band wie GLUECIFER gerne mal wieder gelingen. Übrigens teilt sich Cummins den Gesang und die Gitarrenarbeit mit einem gewissen Ian Blurton.

Dieser zeichnete zuletzt für die Produktion des letzten WEAKERTHANS-Albums verantwortlich. (51:08) (08/10)