TRAGEDY

Nerve Damage LP

Wenn eine Band einen ganzen Musikstil wie den Portland-Sound geprägt und mit dem Vorgänger "Vengeance" ein Jahrhundertalbum abgeliefert hat, kann sie mit dem Nachfolger eigentlich nur verlieren. Aber weit gefehlt.

TRAGEDY liefern auf ihrer dritten LP wieder ein Feuerwerk allerbesten Portland-Crusts ab, das allen Nachahmern den ausgestreckten Mittelfinger zeigt. Original bleibt eben Original. Wie soll man TRAGEDY beschreiben? Schnelle Crust-Riffs mit melancholischem Unterton treffen auf heiseren mehrstimmigen Gesang und exzellentes Tribal-Drumming, wobei TRAGEDY auf "Nerve Damage" zugegebenermaßen noch eine ganze Schippe begnadetere Melodien in die Songs eingestreut haben und damit etwas eingängiger sind, ohne einen Millimeter ihrer schier unglaublichen Power einzubüßen.

Bei "The hunger" wird auch mal kurz zum Klavier gegriffen, welches dem Gefühl, das diese Platte transportiert, absolut gerecht wird. Das TRAGEDY auch textlich zum Besten gehören, was die Hardcore-Szene hervorbringt, bedarf eigentlich keiner Erwähnung.

Song für Song läuft es mir kalt den Rücken herunter und meine Nackenhaare stellen sich auf. What a fucking Meisterwerk! (10)