FRONT

Zur Lage der Automation

Man erkennt sie irgendwie sofort, mit ihrem von frühen NDW-Bands wie MALE, S.Y.P.H. oder MITTAGSPAUSE inspirierten Retro-Sound ist die Wiesbadener Band schon ziemlich einzigartig. Nach dem Debüt „Bitte recht freundlich“ 2007 und dem 10“-Kleinod „Desorientierungspunkte“ kommt jetzt das zweite Album, der FRONT-Bericht „Zur Lage der Automation“.

Zwölf Songs mit intelligenten, deutschen Texten, das Artwork noch reduzierter, aber die Musik ist wieder ausgesprochen tanzbbar. Und auch wenn Falk Fatal nicht singen kann, man möchte sofort mitsingen.

Das Ganze durchweht eine irgendwie romantische Sehnsucht nach der wohligen Paranoia der Achtziger, als man keine Angst vor der Zukunft hatte, denn – Waldsterben, Tschernobyl, Big Brother, Overkill – es gab ja keine.

Mal ehrlich, die Achtziger waren scheiße. Okay, die Musik war gut, aber schwer zu kriegen. FRONT sind gut. Überraschenderweise ist gerade das MALE-Cover „Risikofaktor 1:X“ hier eins der schwächeren Stücke.

Nur leider, ihr LoFi-Charme verliert auf CD gewaltig, ich empfehle die moderne Langspielplatte mit Download-Code. „Das ist meine Meinung.“