STORY SO FAR

Foto

It's all about the music

Will Levy kümmert sich nicht um die Charts, Verkäufe oder Erwartungen. Zeitpläne? Whatever. Wenn das erklärte Ziel ist, sich alle Optionen offen zu halten, dann dauert es eben ein wenig, wie uns der Gitarrist der kalifornischen Pop-Punk Band erklärt.

Will, euer neues Album wird bald veröffentlicht. Ist man beim vierten Mal noch aufgeregt?

Wir sind bei jedem Release aufgeregt. Ich glaube, es wird eher noch spannender, es ist eine andere Art der Aufregung. Wir sind sehr stolz auf das Album und können es kaum erwarten, es mit allen zu teilen.

Eure bisherigen Alben sind allesamt in die US-Charts eingestiegen. Habt ihr nun ähnliche Erwartungen an „Proper Dose“?
Die Charts interessieren mich nicht. Ich hoffe, die Leute sehen uns als eine Band, die ihren Sound und Stil festigt und sich gleichzeitig weiterentwickeln kann.

Ihr habt euch dafür ein wenig mehr Zeit gelassen, und diesen Zwei-Jahres-Rhythmus durchbrochen, bestehend aus Studio, Veröffentlichung, Tour und wieder von vorne. Gab es einen bestimmten Grund?
Der Grund, dass wir diesmal länger gebraucht haben, war, dass wir uns keine Deadline gesetzt haben. Glücklicherweise war unser Label, Pure Noise, einverstanden damit und mit unserem Zeitrahmen, daran zu arbeiten. Wir wollten im Studio mit neuen Sounds experimentieren und haben auf uns und unseren Produzenten Sam Pura vertraut, das beste Ergebnis aus unseren Ressourcen herauszuholen. Angst, dass die Leute uns in der Zwischenzeit vergessen würden, hatten wir nie.

Früher habt ihr zwischen den Alben immer auch Splits und EPs veröffentlicht, diesmal nicht.
Wir wollten einfach unsere gesammelte Energie in die Aufnahme des Albums stecken. Wir haben nicht mal darüber gesprochen, ob wir eine EP machen wollen. Aber wer weiß? Vielleicht wird es in Zukunft wieder welche geben, vielleicht auch nicht.

Hattet ihr dieses Mal einen ganz anderen Ansatz bei den Aufnahmen?
Der Arbeitsprozess bei „Proper Dose“ war diesmal anders. Unser Drummer Ryan und Kevin, unser Gitarrist, kamen mit Ideen und groben Songgerüsten, die sie schon aufgenommen hatten, zur Probe, bevor wir überhaupt angefangen haben, zu jammen. Wir haben uns also hingesetzt und die Songs ausgearbeitet. Parker hat dann seine Gesangsmelodien und Texte hinzugefügt und angepasst. Manche Songs waren in nur einer Woche fertig, andere benötigten Monate, bevor sie soweit waren. Wir hatten uns im Vorfeld alles offengelassen, die Songstrukturen, den Gitarren- und Bass-Sound, sogar wie wir aufnehmen wollten. Wir haben alle Optionen ausprobiert und dies kann man jetzt auch hören.

Bands kommen und gehen. Wie baut man sich eine Karriere auf als eine Band, die von Album zu Album wächst?
Wir haben unsere Karriere aufgebaut, indem wir uns nicht darum gekümmert haben. Uns geht es nur um die Musik und die Konzerte, der Rest gehört eben irgendwie dazu.

Auf „Proper Dose“ klingt ihr insgesamt doch wesentlich erwachsener als bisher. Was ist passiert?
Wir sind älter geworden und haben mit THE STORY SO FAR die Welt bereist. Viele persönliche Probleme gemeinsam durchzustehen, hat uns zusammengeschweißt und dazu gebracht, mit der Band weiterzumachen und „Proper Dose“ zu schreiben.

Ich habe den Eindruck, dass viele Pop-Punk-Bands, die so um 2010 angefangen haben, stark von BLINK-182 geprägt waren und sich so langsam ihren eigenen Weg bahnen. Würdest du sagen, dass das auch auf euch zutrifft?
Ich glaube, das kann man so sehen, ja. Sie waren einfach die größte Band zu diesem Zeitpunkt und ein wichtiger Einfluss für meine Generation. Ich denke, durch ihr selbstbetiteltes Album wurden wir schon sehr inspiriert. Sie hatten ihren Stil bei einigen Songs darauf beibehalten, aber zugleich ihre musikalischen Möglichkeiten erforscht und einen neuen, vielseitigen Sound entwickelt. Es war nicht einfach nur Album voller schneller, klassischer BLINK-182-Songs, sondern besaß einen ganz neuen Vibe.