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SCHROTTGRENZE

Chateau Schrottgrenze

Endlos sind die Diskussionen, ob nun das zweite oder das dritte Album für eine Band von größerer Bedeutung ist. Aber ist das wirklich der springende Punkt? Hier kommt nun das fünfte Album der Hamburger SCHROTTGRENZE (hier auf dem Teller als Picture-LP in 500er Auflage) und dieses Werk aus dem Jahr 2006 war vielleicht in der Bandhistorie der Meilenstein schlechthin. Produziert von Tobias Levin, wird erstmals richtig die „Wall of Sound“ in Szene gesetzt. Unterstützt von ungewöhnlichen Neuheiten, wie das Verwenden von Streichern, Melotron und Filterbänken. „Nichts ist einsamer als das“ ist der Opener einer Scheibe, die nun wahrhaftig nicht nur durch ein super Coverbild zu glänzen vermag. „Am gleichen Meer“ ist als einer meiner Lieblinge schnell am Start. Mit dem Lied „Fotolabor“ deutet Sänger Alexander (nun Saskia Lavaux) bereits seinen persönlichen Wandel an. Sein Weg zur queeren Person manifestiert sich in diesem Song bereits, und auch „Kongress“, der Beginn der B-Seite, geht in diese Richtung. Das Großartige an diesem Album ist auf jeden Fall der Wohlfühlfaktor, der einem beim Anhören ergreift. Zwar ist mir „Wenn du da bist“ etwas zu langatmig und blumig, aber der Rest passt perfekt zueinander. Es geht im Leben vielleicht nicht darum, alles zu verstehen – aber alles einmal von allen Seiten zu überdenken, das ist doch ein hehres Ziel. SCHROTTGRENZE erinnern uns daran. Und das ist auch verdammt gut so!