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PIANOS BECOME THE TEETH

Drift

Das Covermotiv spiegelt den Eindruck, den das Album zunächst macht, perfekt wider. In gleichmäßigen Wellen bewegt sich „Drift“ voran. Das fünfte Werk von PIANOS BECOME THE TEETH hat den Begriff Homogenität für sich gepachtet und wer nicht allzu viel Acht gibt, schaut dem Meer einfach dabei zu, wie es sich stoisch bewegt. Wer sich aber, trotz der niedrigen Temperaturen, darauf einlässt und hineingeht, wird von einem faszinierenden Sog erfasst, der einen nach zwar unten zieht, aber auch gleichzeitig in die Arme schließt. Nach allen Veränderungen der vergangenen Jahre sind die Musiker und ihr Sänger Kyle Durfey zu Meistern darin gereift, Songs mit einer unverkennbaren Atmosphäre auszustatten. Während der Schmerz und die Angst auf dem Post-Hardcore-Klassiker „The Lack Long After“ noch absolut unmittelbar und konkret waren, stehen diese Gefühle heute zwar immer noch im Mittelpunkt, aber man hat gelernt, mit ihnen zu leben und sich nicht mehr von ihnen kontrollieren zu lassen. Somit hat „Drift“ faszinierende („Genevieve“) und erhebende („Pair“) Momente, alles macht Sinn, hat seinen Platz und ist obendrein mit großartigen Sounds gefüllt. Nur lasst doch diesen Vergleich mit RADIOHEAD sein, der zur Zeit immer wieder an den Haaren herbeigezogen wird. Dafür ist die Band einfach viel zu sehr sie selbst.