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ALAN VEGA

Mutator

Irgendwo zwischen „Dujang Prang“ (1995) und den famosen „Cubist Blues“-Album mit Alex Chilton und Ben Vaughn (1996) arbeitete Alan Vega (1938 geboren, 2016 gestorben und den Großteil seines Lebens mit Martin Rev Teil des Duos SUICIDE) an einem weiteren Album. „Mutator“ sollte das heißen, Liz Lamere war seine musikalische Kooperationspartnerin und Frau, doch inmitten von zig Projekten versandete das Vorhaben, bevor es fertiggestellt wurde. Der mit den beiden befreundete Jared Artaud entdeckte die ungemischten Aufnahmen 2019 in Vegas Archiv und machte sich daran, mit Liz das Album posthum fertigzustellen. Das Ergebnis ist so anrührend wie packend: ein letzter (?) musikalischer Gruß von einem Ausnahmekünstler, dessen Stimme und klangliche Heimat auch hier unverkennbar ist – gut, dass Lamere es schaffte, hieran zu arbeiten nach dem Tod ihres Partners. Mich verblüfft immer wieder, wie sowohl Rev als auch Vega solo immer klingen und klangen wie zwei Teile eines Ganzen, dass SUICIDE so deutlich ihre Schnittmenge war. Niemals sollte je die Bedeutung der beiden für „düstere Maschinenmusik“ unterschätzt werden.