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ALABAMA 3

Step 13

Irgendwas an dieser Musik kommt dir bekannt vor? Du kommst einfach nicht drauf, woher du diese Stimme zu kennen glaubst, dieses warme Timbre und dieses seltsam plüschige Eingängigkeit? Ich erlöse dich: „The Sopranos“. So was wie die „Mutter aller Serien“ aus der Prä-Netflix-Zeit, als man die noch im dicken DVD-Paket kaufte. Tatsächlich lief die erste Folge der Serie schon 1999 in den USA auf HBO, international setzte sie sich etwas später durch. Und wer die Serie komplett geschaut hat, hat letztendlich den Anfangstrailer-Song „Woke up this morning“ schlappe 86 mal gehört – sofern man kein Vorspann-Weiterspuler ist. Der Song erschien 1997 auf „Exile On Coldharbour Lane“, dem Debütalbum der 1995 in Brixton gegründeten Band, und wer sich nie explizit auf die Suche begab, mag ALABAMA 3 für ein One-Hit-Wonder halten – was sie mitnichten sind! Auf dem zweiten Album „La Peste“ von 2000 war übrigens John „Segs“ Jennings von THE RUTS dabei. Nach „Blues“ von 2016 ist „Step 13“ nun das 13. Album der vielköpfigen Formation unter Führung von Sänger Rob Spragg alias Larry Love. Co-Gründer Jake Black aka The Very Reverend D.Wayne Love starb 2019 – dies ist also das erste Album ohne ihn. Am Trademark-Sound der Band hat das nichts geändert, der ist so markant wie eh und je: Country, Soul, Blues, Americana werden auf ganz unnachahmliche und unverkennbare Weise vermischt und mit einem bei fast allen Song prägnanten technoid-housigen Beat unterlegt, der mich immer wieder verwirrt, aber in Verbindung mit den souligen Vocals eine betörende Wirkung entfaltet. Spannende Pop-Musik, die über 25 Jahre präsent geblieben ist und von der Band selbst als „Sweet Pretty Muthafuckin’ Country Acid House Music“ bezeichnet wird. So was wie der Hit hier ist gleich der Opener: die Instant-Kifferhymne „Whacked“.