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MERGERS

Three Apples In The Orange Grove

Fast fünf Jahre hat es nun gebraucht, bis die fränkischen Beat-Heroen MERGERS ein neues Album herausgebracht haben. Kontinuität besteht zum Vorgänger zumindest in der Thematik des Coverartworks, das erneut von Obst und Gemüse inspiriert ist. An die Stelle der Karotte sind nun Orangen getreten, süßliches Obst anstelle von knackigen Gemüseknollen, möglicherweise auch eine Analogie zum dezenten Wandel, den die MERGERS ihrem Bandsound verpasst haben. Waren bislang eher kantiger Beat, harmonische Merseysounds und Hully-Gully-Rhythmen bestimmend, mischt sich nun mehr und mehr der Einfluss der späteren Sixties ins Klanggefüge. Keine Sorge, immer noch wird penibel auf akkurat harmonisches, euphorisches Songwriting gesetzt, Prog- und Acid-Rock-Tendenzen fehlen weitgehend. Letztlich wird der janglende Powerpop der Nürnberger nun noch mit Sunshine-Pop und Britpop-Tendenzen verfeinert. Ähnlichkeiten mit den üblichen Verdächtigen wie OASIS, TEMPLES oder auch Jacco Gardener sind zu bemerken, und das ist auch gut so. Doch keine Bange, es sind noch immer genug Tanzknaller im Set, gleich der Opener „Out of my way“ geht ordentlich los, während andere Nummern dann schon mit psychedelischen Elementen versetzt sind. Im Grunde ist die „Orangenplatte“ eine Art von Übergangsalbum, so wie etwa „Rubber Soul“ die Transition von Beat zu quietschbunter Psychedelia einleitete. Ein ganz besonderes Album jedenfalls, mit dem sich den MERGERS eine Reihe von neuen Türen öffnen können.