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MASSENDEFEKT

Zurück ins Licht

„Das Leben gehört den Mutigen, das war schon immer so“, lautet die erste Zeile dieses Albums. Und auch wenn es in den folgenden knapp drei Minuten des Songs „Schiffbruch“ darum geht, dass man aufrecht und standhaft bleiben muss gegen all die braunen Ratten, die unsere Gesellschaft zu überrennen versuchen, passt dieser Satz zu MASSENDEFEKT doch auch wie Deckel auf Pott. Denn die Düsseldorfer waren in den vergangenen Jahren tatsächlich mutig und trieben ihre Sache, ihre Musik, immer und immer wieder nach vorne. Obwohl sie sicherlich nicht dieselbe Gnade der natürlichen und angeborenen Songwriting-Exzellenz wie ihre Kollegen BROILERS besitzen. Egal, sie haben es durchgezogen. Bis zum Auftritt im Vorprogramm von AC/DC. Bis zum Gig in der großen Halle. Und bis „Zurück ins Licht“ als Album, auf dem sie nun die Ernte einfahren: Besser waren sie nie. Besser klangen sie nie. Perfekter klangen sie nie nach eigenen Maßstäben. Das Songwriting haben sie sich jetzt selber beigebracht durch diesen Mut. Durch Vehemenz und Hartnäckigkeit. „Zurück ins Licht“ läuft in einem Rutsch durch. Die Schwachstellen waren zuletzt von Album zu Album weniger geworden. Auf diesem hier gibt es keine einzige mehr. Im Gegenteil, es ist zwingend. Auch weil MASSENDEFEKT experimentieren und Neues wagen („Letzte Worte“, „Neelassma“). Und weil sie – emotional ohne Kitsch – für Gänsehaut sorgen („Freunde, dachte ich“, „Vergiss nicht“). Der einzige Nachteil daran: Das werden sie in Zukunft erst mal toppen müssen.