Interviews & Artikel : RANTANPLAN :: ox-fanzine.de

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Interviews & Artikel

RANTANPLAN

"Viel intelligenter kann Tanzmusik nicht sein" schrieb Tom Tonk einmal über die Hamburger Band RANTANPLAN. Ob das jetzt nett gemeint war weiss ich nicht, aber es trifft den Nagel auf den Kopf. Mit dümmlichem Fun-Ska-Punk-Gebrezel haben die Jungs nichts am Hut, sondern zelebrieren auf ihre ganz eigene Art und Weise ein groovendes Gemisch aus Punk und Ska, begleitet von mitreissenden, emotionalen Texten die es leider nicht oft genug gibt. Nach den ersten beiden Alben "Kein Schulterklopfen (Gegen den Trend)" und "Köpfer" war lange nichts mehr von der Band zu hören. Doch jetzt, nachdem man sich laut Infoschreiben "gesundgeschrumpft" hat, wird mit neuem Label (Rodrec) und neuer Platte ("Samba") wieder voll durchgestartet. Die Sambabombe wurde platzen gelassen im Gespräch mit Peso (Bass) und Torben (Gitarre/Gesang). Torpedo Hamburg Ahoi!

Die neue Platte kommt viel relaxter rüber. Liegt das an den ganzen Umbesetzungen?


Torben: "Da sind halt zwei Reggae-Nummern drauf und sowas haben wir vorher noch nie gemacht. Früher gab´s immer die Hooklines mit Gitarre und diesmal wollten wir eben nicht das alte Strickmuster anwenden, sondern ein bisschen anderen Sound machen. Natürlich liegt das auch an den Umbesetzungen. Wir sind jetzt eine viel kompaktere Truppe und haben irgendwie mehr Livepower gewonnen, obwohl wir jetzt "nur" noch mit einer Gitarre spielen."

Was für Vorteile hat man auf Rodrec?

Torben: "Man hat halt einen spendablen Labelboss, der einem richtig fette Produktionen bezahlt. Wir konnten einen Monat in ein richtig geiles Studio, deshalb haben wir auch so viele Songs aufgenommen. Vielleicht wirkt die Platte deswegen relaxter, im Studio herrschte so eine Siebziger Jahre-Atmosphäre mit viel Plüsch und Tigerfellen. Das wirkt auf einen. Genau das ist der große Vorteil an Rodrec."

Gibt es euer altes Label B.A. Records eigentlich noch?

Torben: "Das gibt´s noch. Da ist vor ein paar Monaten die neue WEAKERTHANS erschienen. TOMTE sind da ja auch noch drauf."

Nutzt ihr als Band das Internet?

Torben: "Wir haben eine Homepage. Die wird ständig aktualisiert und rege besucht. Innerhalb von anderthalb Jahren waren da jetzt 7.000 Leute drauf."

Peso: "Viele Leute haben durch das Internet weniger Hemmungen an eine Band heranzutreten. Da fällt den Leuten das leicht mal eben ´ne E-Mail zu schreiben und ich glaube nicht, dass die uns einen normalen Brief schreiben würden."

Gibt es Reaktionen seitens der Ska-Szene auf euch?

Torben: "Wir spielen halt manchmal auf einem Ska-Festival, aber da sieht das meistens nicht gut aus für uns. Puristische Ska-Typen ziehen wir nicht an. Wir waren mal auf einem Sampler von Grover-Records und da kamen dann doch gute Reaktionen, aber die Shows, die wir danach gespielt haben, wie z.B. in Potsdam, da sind wir überhaupt nicht angekommen. Da standen dann ein paar Punks, die wohl nicht wegen den Skabands da waren, die ein bisschen Party gemacht haben. Danach haben dann DR. RING DING gespielt und alle sind total abgegangen."

Auf jedem RANTANPLAN-Album gibtß s ein vertontes Gedicht zu hören. Nach welchen Kriterien sucht ihr die aus?

Torben: "Das war eine relativ kopflose Auswahl von mir, sind halt meine Lieblingsgedichte. "Der Panther" von Rilke ist für mich das grösste Gedicht, das ich jemals kennengelernt habe, weil es wirklich ergreift. Das haben vor Urzeiten mal die SCHWARZEN FEUER vertont, aber in einer ganz anderen Weise als wir. Das Brecht-Gedicht habe ich aus einem Arbeiterliederbuch von der Gewerkschaft, das ist kurz, bündig und sagt was aus, deswegen haben wir´s hingeschmettert. Von Nietzsche bin schon seit Jahren fasziniert und deshalb gab´s auf der neuen Platte ein Gedicht von ihm:. Ich weiss aber nicht wie wir das fortführen, weil diese Gewohnheiten natürlich blöd sind."

Wie wichtig sind euch Fanzines?

Torben: "Bei mir hat das ziemlich abgenommen. Ich lese nicht mehr diese ellenlamge Konzertberichte, wo es nur ums Saufen geht. Mit Reimer, unserem ehemaligen Bassisten, habe ich auch damals ein kleines Umsonstblatt namens "Pirate Press" raugebracht. Ist dann aber leider wegen Zeit- und Geldmangel gestorben und hat es nur bis zur fünften Ausgabe gebracht. Das war ein Draufzahler ohne Ende und irgendwann gehen dir halt die Ideen aus. Gutgemachte Fanzines sammeln wir immer auf Tour. Wir machen jedes Interview, das wir angeboten kriegen, und da kommen teilweise recht spassige Geschichten bei raus."

Peso: "Ich denke schon, dass Fanzines ein wichtiger Teil der Szene sind. Allerdings waren Fanzines früher mal wichtiger, aber das ist mit den Konzerten ja das Gleiche."

Habt ihr auf dem neuen Album einem Favoriten?

Peso: "Bei mir persönlich wechselt das ständig, ich höre das Ding immer im Auto und natürlich finde ich alle Songs der Platte ganz groß. Vielleicht "Nur der Mond war schuld", aber auch die langsameren Sachen."

Torben: "Mein grosser Favorit ist "Schweinesand", wir spielen den schon sehr lange live und irgendwie kommen wir da an einem ganz bestimmtem Punkt zusammen. Da wird sich einfach der Frust von der Seele gespielt. Danch kommen dann direkt "Nur der Mond war schuld" und "Flucht nach vorn", wovon wir selber ziemlich überrascht waren dass wir da so ein Ding geschmiedet haben."

Was haben wir von RANTANPLAN in Zukunft zu erwarten?

Torben:
"Auf jeden Fall eine ordentliche Livepräsenz. Neue Stücke sind auch wieder in der Mache, wir sind da jetzt richtig fleissig geworden."

Torsten Felter

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #42 (März/April/Mai 2001)

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