Interviews & Artikel : KALTFRONT :: ox-fanzine.de

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Interviews & Artikel

KALTFRONT

Das Negative ist nur Attitüde

Auch wenn KALTFRONT aus Dresden ungern Interviews geben, ist das neue Album „Wenn es dunkel wird“ eben doch Anlass genug, ein paar Fragen an die Band loszuwerden. Dabei haben wir den Versuch gestartet, neben den musikalischen Statements von Bassist Sonic Jörg auch ein paar aktuelle Informationen über die Band zu erhalten. In einigen Fällen ist das sehr gut gelungen, in anderen eher weniger, aber sicher ist, dass man hier auch zwischen den Zeilen lesen muss.

Das letzte Album liegt jetzt schon über fünf Jahre zurück. Ihr habt euch recht lange Zeit gelassen mit einem neuen. Warum?

Bis zum ersten Studioalbum „Zwischen allen Fronten“ hat es 25 Jahre gedauert. Bis zum zweiten „Wenn es dunkel wird“ dann nur noch sechs. Das ist doch eine erhebliche Steigerung! Vor allem, wenn man bedenkt, dass wir nur eine Feierabend- oder Hobbyband sind. Unter dem Vorwand, zur Probe zu gehen, treffen wir uns so ein- bis zweimal im Monat, um ungehemmt zu saufen, zu rauchen, zu rülpsen und zu furzen. Da kommen wir dann meistens gar nicht dazu, irgendwelche Lieder zu üben.

Der Sound auf „Wenn es dunkel wird“ geht jetzt stärker in die EA80/BOXHAMSTERS-Richtung. Ist das Absicht oder hat es sich einfach so ergeben?

Deutschpunk hören wir kaum und wenn, dann nur, weil es uns als Passivhörer aufgezwungen wird. Von Deutschpunk zu klauen, hätte für uns keinen Sinn. Das wäre ja ein Schritt zurück. Wir klingen wie KALTFRONT 2017. Unser Gitarrist fährt einen sehr speziellen Sound und unser Sänger hat eine markante Stimme. Das gefällt vielleicht nicht jedem, aber wir wollen genau so klingen. In denAchtziger Jahren war der Sound mangels technischer Möglichkeiten und musikalischer Fähigkeiten eher dem Zufall geschuldet. Einige der Demotapes haben wir damals im Proberaum mit dem eingebauten Mikrofon eines Stern-Radiorekorders aufgenommen. Da konnte man klanglich so gut wie gar nichts beeinflussen. Mit unserem ersten richtigen Studioalbum von 2011 bin ich auch nicht mehr richtig zufrieden. Das wirkt mir heute zu angestrengt und punk/rockmäßig. Wir waren da vielleicht etwas betriebsblind. Insofern war es gut und wichtig, dass durch die neuen, jungen Bandmitglieder frischer Wind reingekommen ist. Sie haben genau verstanden, was die typische KALTFRONT-Laune ist, und haben uns wieder in die Spur gebracht.

Wie der Titel schon andeutet, ist „Wenn es dunkel wird“ recht düster geworden. Angefangen beim schwarzen Cover bis zu einem neuen Song namens „Eiszeit“. Woran liegt das? Seht ihr die Welt wirklich so negativ?

Vielleicht liegt es daran, dass wir die Gitarren tiefer gehängt haben. Wie jeder Musikant weiß, klingen sie dann düsterer. „Eiszeit“ ist übrigens geklaut – von einer englischen Band, deren Sänger sich 1980 erhängt hat. Im Gegensatz zu JOY DIVISION sind wir nicht suizidgefährdet. Bei uns ist das Negative nur Attitüde. Wer bei KALTFRONT spielt, ist vertraglich dazu verpflichtet. Wer lacht, fliegt raus! Privat tragen wir aber lustige Hütchen, hören Fun-Punk und sehen die Welt voll positiv. Und wenn man schaut, was so abgeht, dann entsteht der Eindruck, wir leben in der Ära der Clowns. Ist dann aber doch nicht lustig.

„Es reicht mir nicht“ zeichnet ein schönes Bild vom Konsumverhaltens der Menschen heute. Das geschürte Verlangen nach immer mehr und mehr und dabei trotzdem nicht glücklich zu sein. Ist das aus deiner Sicht ein Phänomen unserer Zeit oder war das schon immer so? Haben sich die Menschen früher mit weniger begnügt und waren trotzdem glücklich?

Ich weiß nicht, mit wie viel von was die Menschen früher glücklich waren. Ich bezweifle, dass die Menschen überhaupt jemals glücklich waren oder es je sein werden. Auch wir können mit unserer neuen Platte nicht dazu beitragen. Ich warne davor, sich vom Kauf der KALTFRONT-Platte dauerhafte Befriedigung zu versprechen. Selbst der Kauf von mehreren Exemplaren wird das nicht bewirken, auch wenn sie so schön verpackt sind.

Ihr seid ursprünglich eine DDR-Band beziehungsweise seid im Osten aufgewachsen. Ich höre ganz oft „Wir im Osten, wir hatten ja nichts“, was im krassen Gegensatz zur aktuellen Überflussgesellschaft steht. Wie empfindest du das?

Da fällt mir eine geile Überschrift ein: „KALTFRONT: die abgehängten Ossis“... Sorry, das ist natürlich genau so doof wie „Die Band, die aus der Kälte kam“. Inzwischen ist die Hälfte der Bandmitglieder so jung, dass sie diese Zeiten nicht mehr bewusst miterlebt haben. Die andere Hälfte kann sich nicht mehr so genau daran erinnern – die Drogen haben Spuren hinterlassen. Zum „Glück“ gibt es viele Bücher, Filme, Ausstellungen, Theaterstücke, die daran erinnern und wo auch die Gruppe KALTFRONT gelegentlich Erwähnung findet. Nostalgie ist was für Ewiggestrige.

Da ihr euch in Sachen Konzerte oft recht rarmacht, bleibt noch die abschließende Frage, ob es jetzt ein paar mehr Shows zur neuen Platte geben wird?

Wohl eher nicht. Erstens will niemand so eine ausgebrannte Band sehen und zweitens hat es sich herumgesprochen, dass wir unsympathische Menschen sind, die anderen das Bier wegsaufen und dann in den Backstage-Bereich kotzen. Aber dass du in Zusammenhang mit uns den Begriff „Show“ verwendest, gefällt mir super ... Moment, unser Tourmanager ruft mir gerade zu, ich solle folgende Termine durchsagen: 19.08. Brand-Erbisdorf, ImI Open Air; 26.08. Dresden, Hechtfest; 23.09. Leipzig, Stoned; 30.09. Finsterwalde, Schützenhaus; 25.12. Chemnitz, AJZ, Weihnachtspogo. Aber ich möchte euch ausdrücklich davon abraten, Konzerte dieser Band zu besuchen.

Arnim und Daniel Bohla

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #133 (August/September 2017)

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