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FLAMING SIDEBURNS

Silver Flames

Nach längerer Schaffenspause und 14 Jahre nach dem letzten Studioalbum haben sich die Finnen THE FLAMING SIDEBURNS wieder in der Besetzung zusammengefunden, die zuletzt das Album „Hallelujah Rock’n’Rollah“ von 2001 eingespielt hat. Vor zwei Jahren kündigte sich dies bereits mit der Veröffentlichung von zwei Singles („Soulshaking“ und „Trance-Noché“) in dieser Besetzung auf dem portugiesischen Chaputa! Records an. Erneut von Jürgen Hendlmeier in Szene gesetzt, knüpft „Silver Flames“ ziemlich nahtlos an den gewohnten Sound der Band an, wobei ich hier Joachim Hiller zitieren möchte, der in Ox #52 über „Skypilots“ schrieb: „Ein erwachsenes, ausgereiftes Album, das bei flüchtigem Hören als zu glatt wahrgenommen werden kann, das aber auf Dauer mehr und mehr gewinnt [...]“. Genau dies trifft auch auf „Silver Flames“ zu, das zunächst dahinplätschert, mit jedem Durchlauf besser wird und viele Nuancen offenbart, die erstmal verborgen bleiben. Die Band versteht ihr Handwerk, Sänger Eduardo Martinez hat immer noch diese kraftvoll soulige Stimme, die Band swingt und konzentriert sich mehr auf das Roll in Rock’n’Roll, anstatt auf dicke Hose zu machen, und die Gitarren haben jede Menge Fuzz und Twang. Erstaunlicherweise finden sich die besten Songs erst in der zweiten Hälfte des Albums, was bei den immer flüchtiger werdenden Hörgewohnheiten durchaus ein Wagnis darstellt.