Interviews & Artikel : MOSH MONSTER MÜNSTER VOL. III :: ox-fanzine.de

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Interviews & Artikel

MOSH MONSTER MÜNSTER VOL. III

Today: PORNBEAT vs. DIE PERFEKTE FREUNDSCHAFT

Es ist zu spät. Morgen ist Redaktionsschluss und ich habe für meinen Münster-Underground-Report noch keine vorstellungswürdigen Bands angesprochen. Dabei gebe es doch gerade in Münster so viele tolle neue Gruppen, die es abzufeiern gilt. So klang im Pilotartikel meine Rechtfertigung für diese noch junge Serie. Aber warum sollte ich nicht auch mal vor der eigenen Haustür fegen dürfen? Schließlich spiele ich selber in zwei Bands, die ich ziemlich gut finde. Und bevor irgendein Konkurrenzfanzine einen unsachgemäßen Hype um die Gruppen PORNBEAT und DIE PERFEKTE FREUNDSCHAFT anzettelt, möchte ich mich dem ersten Zugriff durch das Ox nicht im Wege stellen. Also treffe ich mich zu einem Gespräch mit mir selbst im Frühstückscafé Monmatre, wo ich mit einer Tasse Kaffee auf mich warte.

Du warst auch schon mal pünktlicher.


Tschuldigung. War spät gestern.

Weswegen musst du hier im Ox deine eigenen Bands vorstellen? Das ist doch reiner Geltungsdrang!

Das kann man so nicht sagen. Die Deadline sitzt mir im Nacken. Vielleicht hätte ich doch lieber andere Bands auf eine Story ansprechen sollen, denn ich befürchte, dass es bei derart vorhersehbaren Fragen nicht leicht sein wird, ein spannender Interviewpartner zu sein.

Sprechen wir über die Musik. Wie heißen sie denn, die Bands, in denen du spielst? Was ist da musikalisch los?

Also, PORNBEAT machen Punkrock. So richtig mit „Fuck you“, Faust in die Luft und viel Testosteron im Bühnennebel. DIE PERFEKTE FREUNDSCHAFT ist femininer und ein bisschen leiser. Popmusik mit Frauenstimme und deutschen Texten. In beiden Gruppen spiele ich Gitarre, und bei PORNBEAT singe ich dazu.

Deutsche Texte, Pop und Frauenstimme – DIE PERFEKTE FREUNDSCHAFT wurde nicht zufällig im JULI 2004 gegründet?

Nein, im November 2003. Sicherlich gibt es bei der FREUNDSCHAFT Parallelen zu anderen populären Bands, in der die Frontfrau deutsch und nicht ausschließlich über Politik singt. Aber die werden ja auch als Klingelton lächerlich gemacht. Wir nicht. Ansonsten haben wir auch viel mehr Kanten in den Songs, schon vom technischen Bereich her. Aber es ist überhaupt nicht wichtig, darüber nachzudenken, ob wir uns vor oder nach oder wegen SILBERMOND gegründet haben, denn das macht die Lokalpresse für uns. Es geht um den Spaß an guter Popmusik. Es ist schön zu sehen, wenn über die Musik in der Band Freundschaften entstehen, und nicht ständig darüber diskutiert wird, wie man endlich mal berühmt werden kann oder in der Musikpresse Beachtung findet. Das machen so viele andere Bands, und so war ich früher auch drauf. Ich kann sagen, dass sich die Qualität meiner musikalischen Ideen verbessert hat, seit ich nicht mehr denke, dass ich im Proberaum den Grundstein zu meiner Rente lege. Das fühlt sich gut an.

Aus der Traum vom Entdecktwerden?

Na ja, PORNBEAT haben gerade ein neues Demo aufgenommen, von dem wir sehr begeistert sind. Spaßeshalber bemustern wir auch die Majorlabel, nur um „Nein“ sagen zu können, wenn Sony anruft. Nie und nimmer würde ich mit einem dieser multinationalen Großkonzerne zusammen arbeiten! (schweigt) Hmm ... vielleicht doch, käme auf die Konditionen an.

Gibst du deshalb für PORNBEAT zum Jahresende DIE PERFEKTE FREUNDSCHAFT auf?

Beide Bands mache ich seit zwei Jahren. Inzwischen gibt es in meinem Leben auch andere wichtige Dinge, die nichts mit Musikmachen zu tun haben. Zum Beispiel meine Karriere. Ich bin 27, und da muss ich meine Energie bündeln, auf weniger Sachen. DIE PERFEKTE FREUNDSCHAFT war eine wichtige Erfahrung für mich, nach einigen Punkbands und einer pseudoprofessionellen Emo-Gruppe. Ich stand immer schon auf Popmelodien in harten Songs, aber Popmelodien in Popsongs? Das war neu. Und gut. Jetzt mache ich bei PORNBEAT wieder ausschließlich Melodien für das dicke Gitarrenbrett.

PORNBEAT – das klingt ziemlich prollig. Wem gefällt eure Musik?

Puh ... mit dem Einordnen der eigenen Musik ist es ja so eine Sache. Einerseits legen wir so viel Männlichkeit wie möglich in unsere Songs und Texte, um die Prolls und Nietengürtelträger auf die Konzerte zu locken. Anderseits ist PORNBEAT aber ein kompliziertes Konzept mit selbstironischer Fassade, und das spricht eher den intellektuellen Teil der Szene an. Laut und schnell mögen beide Seiten, und die Mädchen kommen wegen der Melodien. Toll nicht? Alle zufrieden, und ich habe wenig Arbeit beim Texten.

Was tut ihr denn, um unter den zehntausend anderen Bands in Münster aufzufallen?

Wir versuchen, möglichst alle Sticker der anderen Bands mit unseren eigenen zu überkleben und bessere Songs zu schreiben.

Wie schreibt man einen guten Song?

Das ist eine sehr gute Frage. Ein wirklich guter Song wird praktisch nicht geschrieben. Der passiert eher und ist dann von einem auf den anderen Moment da. Es gibt Ideen, an denen dokterst du monatelang rum, und am Ende ist es auch ein Song, aber er wird nie dein Liebling sein, an dem sich das eigene Selbstbewusstsein wärmen kann. Ein Hit dagegen reift im Unterbewusstsein. Ich setze mich hin und will ein neues Lied schreiben, aber das kommt dann einfach von allein aus mir raus. Das hat schon was von Stuhlgang, aber leider passiert es nicht ganz so oft. Ich höre den Song in meinem Kopf meistens bereits mit kompletter Instrumentierung, allen Breaks und Chören. Doof ist es dann natürlich, wenn ich eine alte BAD RELIGION-Platte auflege und feststellen muss, dass der Song schon in meiner Grundschulzeit aufgenommen wurde. Und leider ohne meine Hilfe, haha.

Stimmt es, dass PORNBEAT ihre erste CD verschenken?

Ja. Bevor wir weiterhin im Verdacht stehen, mit unserer Musik Geld zu verdienen, verschenken wir sie lieber. Als Giveaway bei Green Hell oder als Download von unserer Homepage bringt uns die CD Pluspunkte bei der Glaubwürdigkeit. Ironischerweise werden wir jetzt gefragt, wie wir uns das leisten können. Verkehrte Welt! Bei den neuen Aufnahmen werden wir es aber noch mal mit Verkaufen versuchen.

Wann zerschlägst du das erste Mal eine Gitarre?

Auf dem nächsten Konzert. Versprochen.

Vielen Dank für das Gespräch.

Mir hat es auch Spaß gemacht. Ach ja, kommst du heute Abend zur Probe?

Arne Koepke

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© by Ox-Fanzine / Ausgabe #64 (Februar/März 2006)

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