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Interviews & Artikel

A PONY NAMED OLGA

Das Pony als Lebensunterhalt

Es passiert leider zu selten, dass es einer Band gelingt, mich gleich mit ihrer ersten Platte restlos zu überzeugen. Dies liegt an meinen bevorzugten Musikrichtungen: Psychobilly, Rockabilly und Punk’n’Roll. Dort wird kaum noch etwas neu erfunden werden können. Ist ja auch nicht schlimm, aber umso mehr freute ich mich über A PONY NAMED OLGA und „The Land Of Milk And Pony“. Das Trio in klassischer Besetzung von Heini Heimpel aus Berlin bringt im Country-, Rockabilly-, Punk-Umfeld eine Mischung zusammen, die beim Hören einfach schon Spaß macht und von überdurchschnittlicher Qualität ist. Altersbedingt gehen die drei kaum noch als Newcomer durch, aber wer so frisch und ambitioniert daherkommt, hat mehr vor. Deshalb meine Fragen an Heini Heimpel.

Stell doch bitte die Band vor.

A PONY NAMED OLGA gibt es seit 2005 und war damals überhaupt nicht als Rockabilly-, Punk- oder Country-Ding geplant. Eigentlich war überhaupt nichts geplant. Es ging eher darum, die ganzen Stücke, die ich geschrieben hatte, mal selber zu singen. Ich habe mein Leben lang gedacht, ich könnte überhaupt nicht singen, deshalb habe ich so lange gewartet. Aber einem Sänger/Sängerin wollte ich mein ewiges Genörgel auch nicht zumuten, wenn ich mit dem Ergebnis nicht zufrieden war.

Du hast dein Talent als Sänger also spät entdeckt. Ich bin überrascht, weil dein Gesang eines der Highlights ist.

Ich ärga-pony-named-olga.deere mich sogar manchmal, dass ich so lange auf die Leute gehört habe, die meinten, dass ich das Singen lieber anderen überlassen sollte. Aber es gilt „Life is short, so move it“. Ändern kann ich es jetzt nicht mehr, wir können nur zusehen, dass wir jetzt etwas draus machen.

Wie entstehen eure Songs?

Ich komme mit den Songs an, Steve und Lloyd schreiben in dieser Band keine Lieder oder Texte. Aber durch die beiden werden die Lieder erst zu richtigen Liedern, weil wir sie zu dritt arrangieren. Und da finde ich die „Rhythmusgruppe“ sehr kreativ. Was das Komponieren angeht, sage ich immer: Ich komponiere nicht selbst, sondern jemand anders oder irgendetwas. Denn wenn ich mich hinsetze und sage: „Jetzt schreibe ich ein Lied“, kommt zu 99% gar nichts. Also warte ich – es stimmt wirklich, ich warte – und auf einmal ist er da, der Song mit Text, Melodie, Akkorden. Manchmal vergeht eine ganze Weile, bis wieder was Brauchbares ankommt. Es ist ein bisschen so, als ob man auf einen Anruf wartet.

Warum ein derart alberner Name?

Zuerst wollte ich die Band „Stupid White Man“ nennen. Da meinten meine Mitspieler: „Nenn die Band doch gleich ,Harry Potter‘.“ Ich hatte gar nicht gemerkt, dass es der Titel eines Buches von Michael Moore war. Und so ging es weiter. Ich kam mit schwachsinnigen Namen und die anderen hielten sich den Kopf. Dann kam die Idee mit Pony Olga. Meine Tochter hatte ein Kinderbuch mit dem Namen „Pony Poldi“ oder so. Poldi gegen Olga getauscht und fertig. Da ich aber als Bandnamensgeber verschissen hatte, benutzte ich einen Trick. Ich sagte: „Heute spielt eine Band, die heißt ,A Pony Named Olga““, und meine beiden Mitstreiter meinten: „Cooler Name! Schade, dass es den schon gibt.“ Und da hatte ich sie. Klar ist der Name ganz schön kindisch und nicht wenige Leute finden ihn bekloppt. Aber es passt schon, die Musik nimmt sich ja auch nicht immer ganz ernst bei uns.

Was würdest du unternehmen, um allein von der Musik leben zu können, welche Kompromisse würdest du nicht machen?

Ich habe schon jahrelang ausschließlich von Musik gelebt. Das heißt, ich habe mich als Söldner verdingt in Bands, die mit was auch immer Geld verdient haben. Top 40, Country-Cover, Kommerzprojekte, am Theater und so weiter. Aus zwei Gründen mache ich es nicht mehr: Erstens bin ich als Dienstleister/Musikvollstreckungsbeamter ungeeignet, weil zu unorganisiert. Zweitens wurde ich immer frustrierter, weil Musik für mich keine Dienstleistung ist. Ich habe eigentlich nie verstanden, warum irgendwelche Heinis Stücke von anderen vergewaltigen müssen, bloß damit das Publikum was hat, das es erkennt. Dafür gibt es doch gute oder mittelgute DJs.

Fühlt ihr euch einer Szene zugehörig?

Ich habe zwar Koteletten und eine Hornbrille, könnte aber auch als alternder Filmemacher durchgehen. Die lupenreinen Billies geben sich da schon mehr Mühe. Steve The Machine ist äußerlich überhaupt keiner Szene zuzuordnen, wie ich hat er übrigens keine Tattoos. Am ehesten noch Lloyd. Buntgestochen und perfekte Tolle, aber auch der hat seine Freunde, seine Kontakte völlig bunt gemischt. Kurz, wir sind keiner Szene zugehörig.

Die Vorbilder für euren Sound finden sich sicher bei vielen alten Helden. Welche aktuellen Bands kannst du als Inspiration nennen?

Sind THE HIVES aktuell? Oder ANTI-FLAG? Nicht wirklich, oder? Aber wenigstens nicht von 1950. Diese Bands haben mich zum Beispiel inspiriert. Ich sehe aber auch oft Bands in kleinen Clubs in der Stadt oder auf Festivals, die Bock bringen. Neulich haben wir mit den MAD CADDIES gespielt – fand ich großartig – oder LORD MOUSE & THE KALYPSO KATZ, die habe ich im Café Burger in Berlin gesehen. Einfach der Hammer.

Inwieweit ist Berlin für euch die richtige Stadt?

Berlin ist die schlimmste Stadt, die es gibt, ausgenommen alle anderen, die sind noch schlimmer. Ich habe mir Berlin nicht ausgesucht, sondern bin schon als Kind mit meinen Eltern hergekommen. Mir gefällt, was sich hier tut, es kommen dauernd Musiker und Künstler her, denn noch kann man hier einigermaßen billig leben und zur Subkultur beitragen. Ich glaube, in München oder Freiburg ist das anders. Wenn auch viel Hipster-, Hype- und Touri-Mist dabei ist, es gibt viel Cooles und Inspirierendes hier, egal, ob du auf Avantgarde-Kunst oder primitiven Rock’n’Roll stehst. Du findest immer was.

Wie waren die ersten Reaktionen auf die Platte?

Die Kritiken zu „The Land Of Milk And Pony“ waren durchweg wohlwollend und bis jetzt gut. Glaub es oder glaub es nicht, ich fände mal einen richtigen Verriss cool. Nach dem Motto: „überflüssig“, „fantasielos“, „nur Geschrei und Gewichse“ und so was. Das wäre sicher auch machbar, man müsste die Scheibe nur mal an ein hippes Indierock-Mag senden. Und wenn der Verriss gut geschrieben wäre, dann käme er in unsere Werbung mit rein, hundertprozentig.

Was sind die nächsten Ziele?

Die Festivalsaison 2012 nicht durch Trägheit zu verpassen. Fernziel ist immer bei mir: Das Pony als Lebensunterhalt, keine Top-40-Bands oder Musikschüler.

Robert Noy

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #99 (Dezember 2011/Januar 2012)

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