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Interviews & Artikel

WINDOWSILL

Auf der Suche nach dem perfekten Pop-Punk-Album

Marien Nicotine ist alles andere als ein unbeschriebenes Blatt. Von 1996 bis 2007 gehörte er mit seiner Band APERS aus Rotterdam zur Speerspitze des europäischen Pop-Punk und spielte weltweit mehrere hundert Shows. Seit Februar 2010 ist er als Frontmann seiner neuen Band THE WINDOWSILL aktiv, vor einigen Wochen ist mit „MYOKoM“ das dritte Album der Band erschienen.

Vor zehn Jahren bist du bei den APERS ausgestiegen. Was waren die Gründe dafür?

Mit den APERS hatte ich eine großartige Zeit. Irgendwann hatten wir aber unterschiedliche Vorstellungen von der Zukunft der Band. Während Kevin Aper möglichst viele Live-Shows spielen wollte, wollte ich den Fokus eher darauf legen, mehr Songs zu schreiben und regelmäßig Alben zu veröffentlichen. Wir waren extrem viel unterwegs, das gipfelte in den frühen Nuller Jahren darin, dass wir auf ungefähr 130 Shows pro Jahr kamen. Die Band fühlte sich zu diesem Zeitpunkt an wie ein richtiger Job und nicht wie etwas, das man auch aus Spaß betreibt.

Wie kam es dann 2010 zur Gründung von THE WINDOWSILL?

Ich vermisste den Spaß, mit Freunden im Proberaum Musik zu machen. Bei den APERS hatte ich mit Ivo Backbreaker eine super Zeit. Mit ihm bin ich schon fast zwanzig Jahre eng befreundet und ich wollte wieder mehr Zeit mit ihm verbringen. Kurze Zeit später fragten wir noch Sander, der früher bei den ACCELERATORS gespielt hat, ob er uns unterstützen möchte. Für mich gehört auch noch unser Produzent Simon Speechless zur Band, auch wenn er das eigentlich nicht hören will. Und Jerry war natürlich auch immer mit dabei.

Welches sind für dich heute die größten Unterschiede zu deiner Zeit bei den APERS?

Wir legen den Schwerpunkt jetzt hauptsächlich darauf, großartige Songs zu schreiben und aufzunehmen und nicht so sehr auf unsere Live-Aktivitäten. Es bleibt uns jetzt neben der Musik noch genug Zeit für einen geregelte Arbeit und die Familie. Bis heute bringen wir es mit WINDOWSILL nur auf eine überschaubare Anzahl von Konzerten, das Debütalbum haben wir rausgebracht, ohne vorher einmal live gespielt zu haben. Unser erstes Konzert war die Release-Party. Für junge Bands ist es total wichtig, viel zu touren und entsprechende Erfahrungen zu sammeln. Das haben wir aber hinter uns. Vor zehn oder fünfzehn Jahren haben zahlreiche Bands keinen großen Wert auf eine gute Produktion gelegt und für sie war es dann auch in Ordnung, wenn das Ergebnis verstimmt oder gehetzt geklungen hat. Davon sind wir heute weit entfernt, das Endprodukt muss gut sein und auch gut klingen. Wir haben schon den Ehrgeiz, regelmäßig herausragende Pop-Punk-Alben abzuliefern.

Warum hat denn die Veröffentlichung des dritten Albums so lange gedauert?

Ich weiß, dass es zu lange gedauert hat. Es war einfach eine Frage des Zeitmanagements. Wir alle haben unsere Jobs, einige von uns haben auch Kinder. Dazu die anderen Bands und Hobbys. Es gestaltete sich daher schwierig, die Zeit dafür zu finden.

Bei WINDOWSILL seid ihr bekannt für leichte, fröhliche Songs über mehr oder minder glückliche Liebesbeziehungen. Besteht bei dir in Zeiten von Trump, Geert Wilders und Brexit nicht auch manchmal der Wunsch, scharfsinnige Songs mit Tiefgang und politischer Botschaft zu schreiben?

Wenn du tiefgreifende politische Songs schreiben willst, dann musst du clever sein und nuanciert formulieren können. Das ist eine gewaltige Aufgabe, wenn du nicht in deiner Muttersprache schreibst. Die Gefahr, hier wie ein Idiot zu klingen, ist riesig. Kleine, aber enorm wichtige Abweichungen zwischen den Sprachen können dazu führen, dass du missverstanden wirst. Trotzdem habe ich kürzlich Songs über die Flüchtlingskrise und die EU geschrieben. Wer weiß, vielleicht sind wir doch schon eine politische Band?

Kann man heute ohne ausgeprägte Live-Aktivitäten eigentlich noch Alben verkaufen?

Das ist in der Tat schwierig. Wir haben auf unser Album zwar super Kritiken bekommen, merken aber schon, dass wir in der Szene von den Kids kaum oder gar nicht wahrgenommen werden, weil wir nur selten live spielen. Wenn du heute große Bekanntheit erlangen willst, musst du extrem viele Live-Shows spielen. Das ist uns aber nicht wichtig, wir spielen nur die Konzerte, die wir wirklich wollen. Die Interaktion mit der Band ist uns wichtiger als möglichst viele Alben zu verkaufen. Ich schätze mal, dass wir früher von jedem APERS-Album 2.500 Einheiten verkauft haben. Wenn unser neues WINDOWSILL-Album nur auf 300 Stück kommt, dann ist das für uns vollkommen in Ordnung.

Und was hält euer Label Shield Recordings von dieser Einstellung? Wünscht es sich nicht, dass ihr mehr auf Tour seid und dadurch mehr Tonträger absetzt?

Sicher würde es Shield begrüßen, wenn wir öfter auf Tour wären. Aber sie sind trotzdem froh, uns auf ihrem Label zu haben, denn wir sind deutlich softer als die übrigen Labelbands. So bringen wir auch neue Kunden in ihren Online-Shop. Unser Split-Album mit den DEECRACKS auf Shield war total schnell ausverkauft und machte das Label auch bei Pop-Punk-Fans wesentlich bekannter.

Verfolgst du heute noch die Aktivitäten von den APERS und spürst du dann so etwas wie Wehmut?

Durch Ivo kriege ich natürlich noch sehr viel von den APERS mit. Damals habe ich zahlreiche Songs für die Band geschrieben, live spielen sie davon aber nur noch zwei oder drei Stück. Mit den APERS habe ich viel erlebt. Das bringt reichlich Lebenserfahrung und viel für die Selbstreflexion, man lernt auf Touren eine Menge über sich und andere. Das Kapitel ist aber abgeschlossen. Und insgesamt gibt es nichts zu bereuen.

Axel M. Gundlach

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #134 (Oktober/November 2017)

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