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Interviews & Artikel

LAFOTE

Das Gegenteil von Lokalpatriotismus

„Fin“ ist das erste Album des Hamburger Trios LAFOTE, das sie im November auf dem bandeigenem Label Misitunes veröffentlichten. Klingt gut, dachte ich mir, also habe ich mit Jakob, der auch als Kopf des Hamburger Konzept-Plattenladens Hanseplatte bekannt sein dürfte, eine Runde am Telefon geplauscht.

Erzähl mal, wie ist das mit LAFOTE passiert? Und viel wichtiger, wie spreche ich das korrekt aus?


Also wir selber sprechen es einfach so aus, wie du es lesen würdest. Tatsächlich wird der Name immer ein bisschen anders ausgesprochen und entstand aus einer fixen Idee. Ich finde es gerade spannend, wenn Begriffe ein Eigenleben entwickeln, irgendwann „nach uns“ klingen und nicht wie etwa viele Bandnamen bereits mit Bedeutungen besetzt sind. LAFOTE sind seit 2013 Malte am Schlaguzeug, Stefan, ex-FINDUS, am Bass und ich, Gitarre und Gesang. Wir haben schon vor 2013 in verschiedenen Konstellationen Musik gemacht, bis ich dann mal auf Deutsch dazu gesungen habe. Dabei kam unser erstes Lied „Zündschnur“ heraus und wir waren plötzlich eine Band. Nach einem Wohnzimmer-Konzert an Silvester ergab sich spontan eine Tour und spätestens da wurde es ernst.

Erzähl mal von deinem Plattenladen Hanseplatte!

Ich bin da mehr oder weniger reingerutscht und habe den Laden nach meiner Ausbildung übernommen. Als Konzept-Laden wirst du bei uns nur Musik aus Hamburg finden, also im weitesten Sinne. Das umfasst auch Musik von Hamburger Labels, deren Bands ja nicht alle hier ansässig sind. Klingt jetzt blöd, aber wir sind echt ein geiler Laden, machen jede Menge Konzerte und sind so ziemlich das Gegenteil von Lokalpatrioten.

Im November kam dann mit „Fin“ eure erste LP. Das hat ganz schön lange gedauert, oder?

Na ja, wir hatten alle viel zu tun. Und für mich als Songwriter war es besonders schwer, denn ich habe irgendwie auch noch studiert und den Laden hier geschmissen. So vor einem Jahr habe ich dann einem Freund mein Leid geklagt und der meinte: „Jakob, euer Scheiß ist gut, der wird nicht besser – macht’s jetzt oder nie!“ Da hat es bei mir Klick gemacht und wir haben relativ schnell alles in die Wege geleitet, um die Platte aufzunehmen.

Was gibt es zur Platte zu sagen?

Live sind wir definitiv ein bisschen rauher und klingen mehr nach Grunge, haha. Die LP ist feiner produziert, wir hatten da einen relativ hohen Anspruch an die Aufnahmen. „Spaghettieis“ ist das einzige Lied, bei dem ich mir nicht ganz sicher war, ob es wirklich auf die Platte passt. Bisher waren die Rückmeldungen aber eigentlich ganz gut.

Wie sind die Texte entstanden?

Die Texte springen mir im Alltag manchmal buchstäblich in den Kopf. Da geht’s weniger um konkrete Erfahrungen, sondern eher um verschiedene Gefühle, die ich in unseren Songs reflektiere. Mit den Texten und der Band versuchen wir also, irgendwas zu greifen und greifbar zu machen, was uns umtreibt und irgendwie auch zerreißt.

Kannst du mir jetzt mal erklären, was diese „Hamburger Schule“ ist? Und kann man euch da einordnen?

Für mich steht das Genre für eine Art Zäsur in der deutschsprachigen Musik. Die Neunziger waren durch jede Menge Nazi-Präsenz und fremdenfeindliche Ausschreitungen geprägt. Als die deutsche Sprache also mal wieder so richtig eklig wurde, wehrte sich eine Generation von MusikerInnen mit deutschen Texten. Die Musik war poppig und sperrig zugleich, die Texte waren drei Schritte weiter. Mit Bands à la SPORTFREUNDE STILLER kippte die Stimmung um die 2000 leider wieder. Frank Apunkt Schneider beschreibt das sehr gut in seinem Buch „Deutschpop halt’s Maul!“. Ich würde LAFOTE musikalisch gar nicht hier verorten. Ähnlichkeiten ließen sich höchstens bei den frühen BLUMFELD finden, wobei die deutlicher zum LoFi tendierten. Überschneidungen gibt es jedoch textlich, da bei uns der Hang zur Destruktivität, zur fragilen Ästhetik immer mitklingt. Am wohlsten fühle ich mich aber mit dem Begriff Post-Punk.

Gesellschaftlich befinden wir uns heute an einem ähnlichen Punkt. Und mit Bands wie DIE NERVEN, MESSER und KARIES gibt es ja auch wieder sperrige Texte auf Deutsch ...

Fakt ist ja, dass es seit Thilo Sarrazin, dem Aufstieg der AfD etc. wieder ziemlich eklig geworden ist in Deutschland. Genannte Bands versuchen mit ihrer Musik, die deutsche Sprache wieder in eine Art Zerbrechlichkeit zu drängen – eben weil es wieder so beschissene deutsche Positionen gibt, die kaputtgemacht werden müssen.

David Prinz

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #141 (Dezember/Januar 2018)

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