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Interviews & Artikel

STORY SO FAR

Die Geschichte einer Selbsttherapie

Eigentlich ist es kein Wunder, dass Sänger Parker Cannon nach drei allerorts gelobten Pop-Punk-Alben und erfolgreichen Tourneen in ein tiefes Loch gefallen ist, als ihn 2016 der Alltag wieder einholte. Seine Familie wohnte nicht mehr in derselben Stadt wie vorher, seine Freunde hatten sich irgendwie von ihm entfernt – was folgte war eine Phase mit schlimmsten Depressionen, aus der sich Cannon nur mit Hilfe engester Freunde und neuer Musik wieder befreien konnte. Entstanden ist daraus mit „Proper Dose“ das wohl bisher authentischste THE STORY SO FAR-Album. Welche Bedeutung der Sänger für die Band hat und welche Rolle die BEATLES für ihn spielen, erklärt Schlagzeuger Ryan Torf kurz vor dem ausverkauften Konzert der Band in Köln.

Ryan, „Proper Dose“ wirkt wie ein Buch, das die Geschichte einer Selbsttherapie erzählt. Im letzten Song, „Light year“, kann man nur hoffen, dass der Protagonist die Kurve kriegt und endlich wieder ein glückliches Leben führen wird. Wie war es für euch als Band und Freunde von Parker, den Soundtrack dazu zu schreiben?


Grundsätzlich kann ich sagen, dass wir als THE STORY SO FAR eigentlich immer erst die Musik schreiben, zu der Parker dann seine Texte verfasst. Zu dem Zeitpunkt ging es ihm sogar schon wieder so gut, dass wir konzentriert an „Proper Dose“ arbeiten konnten. Uns war es vor allem wichtig, dass wir nach drei recht erfolgreichen Alben ein starkes Zeichen setzen, mit dem wir beweisen, dass wir mehr als nur eine Pop-Punk-Band sind. Wir hatten uns alle irgendwie sehr viel mit den BEATLES beschäftigt, was sich komischerweise einfach so ergeben hat. Wir haben uns getroffen und ihre Songs regelrecht auseinandergenommen. Parker hatte sich nach der Tour eine Auszeit genommen, da sein Akku nach sechs Jahren fast ununterbrochenen Reisens einfach leer war, wie bei uns allen. Die Tatsache, dass sich sein Umfeld zu Hause total verändert hat, und er nicht so einfach im Alltag angekommen ist, war mit ein Grund, der zu seiner Depression geführt hat. Als wir irgendwann mitbekommen haben, wie es um ihn steht, haben wir überlegt, wie wir helfen könnten. Das Musikmachen hatte also bestimmt auch einen therapeutischen Anteil. Dabei stand eigentlich alles auf der Kippe und es war nicht klar, ob wir überhaupt jemals wieder als THE STORY SO FAR Musik machen würden.

Ihr habt auf jeden Fall viel verändert: Euer Sound klingt stellenweise ein wenig entschleunigt, so als hättet ihr euch neu ausgerichtet und wolltet Pop-Punk zumindest zum Teil hinter euch lassen. Das Artwork von „Proper Dose“ fällt auch aus der Reihe, ist es doch zum ersten Mal keine Zeichnung, sondern zeigt das Foto einer Landschaft.

Wir hatten während des Schreibens nur eine einzige Vorgabe, nämlich dass wir nie mehr so klingen wollten wie auf unseren vorherigen Alben. Erstaunlicherweise hat das das Songschreiben für uns sogar erleichtert, da wir uns viel mehr Freiheiten gelassen und so auch den Druck rausgenommen haben. Es war nicht wichtig für uns, was die Leute am Ende von dieser Platte halten würden, solange wir zu 100% hinter dem Ergebnis stehen. Dass sie inhaltlich so eine Dramatik entfalten würde, wie durch die Texte von Parker, war uns zu Beginn der Aufnahmen nicht wirklich klar. Ich denke aber, dass Musik und Texte gut miteinander funktionieren. Wir haben unser Ziel erreicht, haben tiefe Täler überwunden und können jetzt als Band wieder nach vorne schauen.

Gab es einen bestimmten Auslöser, der dafür gesorgt hat, dass ihr euch zum Schreiben der Songs zusammengefunden habt?

Die Tatsache, dass wir nun schon so viele Jahre zusammen Musik machen, gefühlt den Großteil unseres Lebens, schweißt auf eine besondere Art zusammen. Es ist für uns selbstverständlich, miteinander zu arbeiten und kreativ zu sein. Jeder bei THE STORY SO FAR hat die Chance, sich einzubringen und seine Ideen umzusetzen. Einen regelrechten Schlüsselmoment gab es für uns tatsächlich nicht. Bis auf Parker haben wir uns alle, mit ein bisschen Abstand zur letzten großen Tour, sowieso getroffen und unbefangen Musik gemacht. Wir haben viel über Musik gesprochen, die BEATLES für uns wiederentdeckt und dann eben den Entschluss gefasst, uns musikalisch nie mehr wiederholen zu wollen.

Wie wirkte es dann auf dich, als du hören musstest, dass Parker offenbar seine Liebe zur Musik verloren zu haben schien?

Wir haben uns, wie schon gesagt, nach der letzten großen Tour eine Auszeit von der Band genommen, in der wir alle wieder in unseren Alltag zurückkehren mussten. Anders als auf Tour jubeln dir nicht mehr jeden Abend die Leute zu, weil du auf der Bühne dein Innerstes nach außen kehrst. Der Tagesablauf ist auf einmal nicht mehr so strukturiert und dein Umfeld ist auch ein anderes. Für Parker war es besonders schlimm, da seine Familie mittlerweile nicht mehr in der gleichen Stadt wohnte wie er und auch seine Freunde sich verändert hatten. Wir waren einfach zu lange konstant auf Tour, um den Kontakt zu unseren Leuten in dem Maße zu pflegen, wie wir uns das vorgestellt haben. Er ist in ein Loch gefallen, hat sich mit Drogen betäubt und einfach alles in Frage gestellt. Zum Glück haben sich die Dinge für ihn wieder zum Positiven gewendet. Durch die Depression ist er zu einem anderen Menschen geworden, keine Frage. Wir blicken jetzt jedoch gemeinsam in die Zukunft und werden darauf achten, dass es nicht noch mal so weit kommt.

Sebastian Wahle

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #141 (Dezember/Januar 2018)

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