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Interviews & Artikel

TROUSERS

Solo für Nicke

Mit „Invisible Darkness“ legen die ungarischen THE TROUSERS das bereits vierte gute Album in Folge vor. 2004 gegründet, prägten zunächst Indierock-Einflüsse den Sound des Quartetts, die aber ab dem zweiten Album „Soul Machine“ (2010) hartem Rock mit Einflüssen von den ROLLING STONES oder MOTÖRHEAD bis hin zu THE HELLACOPTERS oder QUEENS OF THE STONE AGE wichen. Sänger und Gitarrist Zoltán Kováry beantwortete uns ein paar Fragen.

Zoltán, Ungarn ist nicht das Land, welches mir in den Sinn kommt, wenn ich an Rock’n’Roll denke. Liege ich da falsch?


Nein, denn Ungarn ist nicht mit UK oder Skandinavien zu vergleichen. Wer sich die Geschichte der ungarischen Popmusik anschaut, muss allerdings LGT aus den Siebzigern nennen, die auch im Westen tourten, eine Platte auf Englisch veröffentlichten und mit Jimmy Miller einen Produzenten hatten, der auch für die ROLLING STONES oder MOTÖRHEAD gearbeitet hat. Oder Bela Radics, ein fantastischer Bluesrock-Gitarrist, der leider mit 32 an den Folgen seines Alkoholkonsums gestorben ist.

Gibt es in Ungarn eine Szene für Rockmusik?

Schon, Metal ist seit Jahrzehnten sehr erfolgreich. TANKCSAPDA, die „ungarischen MOTÖRHEAD“, die auf Ungarisch singen, füllen seit Jahrzehnten die Stadien. Für uns gibt es in Budapest eine Clubszene, wo wir auftreten können, aber Ungarn selber ist für uns tot, daher spielen wir lieber im Ausland.

Für euer drittes Album spielte Nicke Andersson ein Solo ein. Wie kam es dazu?

2009 lernte ich Lars Erik Tinde kennen, der in der schwedischen Botschaft arbeitete. Er war wie ich großer HELLACOPTERS-Fan. Lars wohnte wieder in Stockholm, als wir unser drittes Album „Freakbeat“ aufnahmen, und er wollte Nicke fragen, ob dieser nicht Lust hätte, ein Solo für eine ungarische Band einzuspielen, die große HELLACOPTERS-Fans waren. Er kontaktierte ihn, Nicke sagte zu, da ihm THE TROUSERS gefielen, und es passierte ... nichts. Ich glaubte bereits, dass es nicht klappen würde, als ich eine Mail von Nicke erhielt, in der er meinte, dass er fünf freie Tage hätte, bevor er wieder mit IMPERIAL STATE ELECTRIC auf Tour gehen würde, und dass er das Solo aufnehmen wolle. Das hat er dann tatsächlich gemacht. Einer der besten Augenblicke meines Lebens!

„Invisible Darkness“ ist ein starkes Rock-Album mit Siebziger-Jahre-Einfluss, ohne retro zu klingen. Was sind eure Einflüsse?

Unser Stil ist immer im Fluss und ich versuche, alle möglichen Ideen zu integrieren. Schlussendlich geht es aber darum, Songs zu schreiben, an die man sich erinnert. Hits, wie die BEATLES, CHEAP TRICK oder THIN LIZZY sie schrieben, die man unter der Dusche pfeift, aber das im Kontext von Garage, Punk und Hardrock.

Ihr habt neulich ein paar Shows in Deutschland gespielt. Wie war es so?

Wir haben in Berlin und Dresden und davor auch in Hamburg und Nürnberg gespielt. Dabei haben uns Stefan Schumacher von All Rooms Booking und Sebastian Haase, ein alter Freund, unterstützt. Sie helfen uns sehr und wir scheinen immer besser anzukommen. Ich würde gerne öfter in Deutschland spielen, denn hier scheint es eine Szene für uns zu geben.

Wenn man sich ansieht, was politisch in Ungarn los ist, sofern man das aus dem Ausland beurteilen kann, kann man ja durchaus etwas Bauchweh bekommen. Es sind doch bestimmt nicht alle Ungarn auf dem Patriotismus/Nationalismus-Trip, oder?

Glücklicherweise nicht. Unsere Regierung und Politiker haben weltweit verdientermaßen einen üblen Ruf und sie scheinen auch alles dafür zu tun. Nur etwa 23% der Bevölkerung unterstützen das und ich kenne persönlich niemanden, der sich nicht wünschte, dass sie verschwinden. Die Partei, die dahintersteckt, vertritt die stärkste Minderheit in Ungarn und sie haben alles dafür getan, ihre Macht in allen Bereichen des Lebens zu festigen, in der Wirtschaft, der Kultur oder der Bildung. Im Augenblick hat niemand einen umsetzbaren Plan, etwas zu ändern, und es dürfte auch nicht leicht werden. Die ganze Gesellschaft müsste sich verändern, um etwas zu verbessern. Man muss die Schuld natürlich bei den Politikern suchen, aber es ist zugleich auch unsere eigene Schuld, weil wir dieser demagogisch-populistischen Propaganda Glauben schenken und ihnen gestatten, unsere Parasiten zu sein. In den USA geschieht zur Zeit ja das Gleiche. Eine neue Art des Bewusstseins ist nötig, um uns vor dieser Art von Politikern zu schützen.

Guntram Pintgen

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© by Ox-Fanzine / Ausgabe #142 (Februar/März 2019)

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Ben Reed (Gesang, Gitarre), Toby Cregan (Bass) und Jonny Lani (Drums) sind SKEGSS. Die drei Australier haben in ihrer Heimat die Zuhörer mit ihrem warmen und harmonischen Garagen-Punk-Sound um den Finger gewickelt und eine Tour nach der anderen ... mehr