DAVID SYLVIAN & HOLGER CZUKAY

Plight & Premonition / Flux & Mutability

Der ehemalige JAPAN-Sänger David Sylvian scheint sich inzwischen nur noch in den Gefilden schwerverdaulicher Kunst-Musik aufzuhalten, und so haben sich wohl viele alte Fans seiner Musik inzwischen von diesem einzigartigen Sänger abgewandt.

Nach seiner Zeit bei JAPAN nahm Sylvian mit „Brilliant Trees“ (1984), „Gone To Earth“ (1986) und „Secrets Of The Beehive“ (1987) seine nach wie vor besten Platten auf, aber schon damals gab es von ihm auch experimentellere Töne zu hören, vor allem in Bezug auf abstrakte Ambient-Klänge, abseits von banalem Pop, die Sylvians Musik natürlich nie wirklich war.

Dazu zählt auch die Zusammenarbeit mit dem ehemaligen CAN-Bassisten Holger Czukay in den Jahren 1988 und 1989. Für langjährige Fans damals eher enttäuschende Releases, denn „Plight & Premonition“ und „Flux + Mutability“ bestehen nur aus jeweils zwei langen instrumentalen Kompositionen, die das Ergebnis von Improvisationen von Czukay und Sylvian in den Kölner CAN-Studios waren.

Ebenfalls daran beteiligt Czukays CAN-Kollegen Michael Karoli und Jaki Liebezeit, neben Stockhausen-Sohn Markus. Ohne Sylvians Gesang hielt sich auch meine Begeisterung damals in Grenzen, inzwischen kann man sich wesentlich besser auf die wirklich sehr kunstvollen, vielschichtigen und melodischen Soundscapes dieser beiden Platten einlassen, die jetzt als Doppel-CD und -LP wiederveröffentlicht wurden, wobei das Album „Plight & Premonition“, das hier in einer 2002 von Sylvian überarbeiteten Fassung vorliegt, deutlich düsterer und disharmonischer ausfiel.