BLACK CAB

Call Signs

Waren die ersten beiden Alben des australischen Duos BLACK CAB, bestehend aus Andrew Coates (Gesang, Digitales) und James Lee (Gitarre) in Deutschland noch via Stickman erschienen („Altamont Diary“, 2004; „Jesus East“, 2006), zeigte das Hamburger Label sträflicherweise kein Interesse mehr am Nachfolger „Call Signs“, doch via Broken Silence fand das neue, nun auf Laughing Outlaw erschienene Album der Formation aus Melbourne dennoch seinen Weg nach Deutschland.

Apropos (Ost-)Deutschland: Irgendwie haben die beiden Australier sich für dieses Album nach eigener Aussage von „1970’s East Germany“ inspirieren lassen: „surveillance, fear, anxiety and the ever present state security apparatus“ sind das, was sie mit der DDR verbinden, von (N)Ostalgie kann hier also keine Rede sein.

Ihre Auseinandersetzung mit dem Stasi-Regime findet aber eher auf künstlerisch-musikalischer Ebene statt, Texte sind nicht abgedruckt, nur mancher Songtitel lässt auf den Hintergrund schließen, etwa „Church in Berlin“, „Dresden Dynamo“, „Wires“, „Sonnenallee“ oder „Sword & shield“ (als „Schwert und Schild“ der Partei sah sich die Stasi).

Schon „Altamont Diary“ war ein Konzeptalbum, damals über die Prügelorgie der als Security eingesetzten Hells Angels beim Stones-Konzert auf der Altamont-Rennstrecke. BLACK CAB sind auf dem neuen Album elektronischer als bislang, der Krautrock-Einfluss ist prägnanter, aber dennoch können sie auch eingängigen Indierock, erinnern immer wieder mal an AMUSEMENTS PARK ON FIRE oder alte BLACK REBEL MOTORCYCLE CLUB, an NEW ORDER und TRANS AM.

Und wer jetzt noch nach einer Verbindung zur alten Garde australischer Rockbands sucht – hier ist sie: bei „Ghost anthems“ singt Ron Peno von DIED PRETTY. Ein wirklicht entdeckenswertes Album, an dessen Nachfolger das Duo schon arbeitet.