CLASH

Mal Peachy

Es bedarf etwas Recherchearbeit um zu ergründen, was es mit diesem Buch auf sich hat, das den Ansprech erhebt „Das offizielle Bandbuch“ zu sein. Wer entscheidet so etwas, was sind die Maßstäbe? Tendieren „offizielle“ Biographien nicht dazu, weichgespült und von allen Widersprüchen befreit zu sein, gar von den Portraitierten gegengelesen und freigegeben? Mal Peachy führte die Interviews für dieses Buch, und so reich das Internet einen sonst bei jeder Suchanfrage beschenkt, so mager ist das Ergebnis hier: Sie oder er führte für Don Letts 2000er Doku „The Clash: Westway to the World“ die Interviews, und aus diesem Material hat nun irgendwer (es findet sich außer einem „Thomas Brill“ als Redakteur keine Angabe zur Autorenschaft im Impressum) in „oral history“-Manier eine Historie von THE CLASH zusammengestellt.

Auch die Qualifikation von Übersetzerin Violeta Topalova erschließt sich überdies nicht wirklich – eine gewisse Punk-Affinität setze ich bei einem Thema wie THE CLASH voraus, kann ich ich aber nicht feststellen.

Entsprechend handelt es sich hierbei also um ein eher nüchternes Retortenwerk, quasi das Buch zum Film. In chronologischer Abfolge wird die Bandgeschichte anhand von Zitaten der Herren Strummer, Headon, Simonon und Jones rekonstruiert, und was auf der textlichen Seite eher blass wirkt, wird durch eine Masse von Fotos und Reproduktionen von Covern, Flyern, Anzeigen, Setlists, Eintrittskarten und so weiter ausgeglichen.

Das Buch ist also weniger ein Schmöker als eine Faktensammlung, mit kommentierter Diskographie, Tourdatenlisten, und so weiter. Unterm Strich ein brauchbares, enzyklopädisches Werk, bei dessen Umschlaggestaltung in Schockpink dem Grafiker die Bands durcheinandergeraten sind: Wir reden hier von THE CLASH, nicht von den SEX PISTOLS ...