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HAMMERHEAD

Nachdenken über Deutschland

Direkt zum Auftakt der Comeback-Platte von HAMMERHEAD bekommt man als Strophe vor den Latz geknallt: „Kinderstrafen für Todesschänder. Seit immer wird immer alles schlimmer. Und weil das so ist, und immer schon so war, stellt sich dein Leben als ganz schön scheiße dar.“ So ist die derzeitige Lage für viele. Der folgende Refrain formuliert dann treffsicher die Konsequenz: „Du hast Angst! Vor allem Angst! Du hast Angst! Angst! Vor allem Angst. Du hast Angst.“ Das Oldschool-Quintett teilt auf „Nachdenken über Deutschland“ wie gehabt gegen alles und jede:n aus. Die Zeiten sind schwierig und unübersichtlich, Auflösungserscheinungen überall bemerkbar. HAMMERHEAD halten der Gesellschaft – oder zumindest ihren Hörern – einen Spiegel vor und zeigen zahlreiche Problemfelder auf, über die sie in Rage geraten und denen sie oftmals nur noch mit Sarkasmus begegnen können. Seit „Weißes Album“ mögen 26 Jahre vergangen sein, doch wie man schnörkellosen, wütenden Hardcore-Punk spielt, weiß die Gruppe. David von KMPFSPRT ist inzwischen als Gitarrist mit dabei. Daneben geht es zu, wie man es von dieser Gruppe kennt: roh, zügellos und agitativ. HAMMERHEAD geben sich angepisst und furios, wenn sie Unverständnis, Ernüchterung und Gestaltungswillen in Songs überführen. „Nachdenken über Deutschland“ fällt schnell, heftig und lautstark aus. Das biedere Coverartwork führt die aktuelle Lage ad absurdum. Nichts ist friedfertig oder okay. Deutschland ist am Arsch. Das Quintett spricht es aus und reagiert darauf.