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A DAY TO REMEMBER

You’re Welcome

Mit „You’re Welcome“ erfinden sich A DAY TO REMEMBER im richtigen Moment neu. Dabei biedert sich die Band gewohnt an Popmusik an, vermischt diese aber mit ihren besten Core-Passagen seit „Homesick“. Direkt der Opener „Brick wall“ stellt eindrucksvoll unter Beweis, in welchem Spannungsfeld sich die Band bewegt: unglaublich catchy Ohrwurmparts treffen auf saftige Breakdowns. Zudem stellt „You’re Welcome“ wirklich beeindruckend unter Beweis, wie viele Ideen in A DAY TO REMEMBER stecken. Zwischen Pop, Pop-Punk, Core und mehr Country als erwartet entstehen hier 14 Songs, die sich beachtlich wenig gleichen. Dabei zieht die Band sehr viele Register, die manchen Fans erst einmal gewöhnungsbedürftig erscheinen dürften, die aber direkt zünden. Chöre, Mitklatschpassagen, all das, was mich schon oft genug abgeschreckt hat, sitzt hier genau da, wo es hingehört, und bereichert die Songs ungemein. Und immer wieder gibt es kleine Überraschungsmomente, wie das kurze, bluesige Lick am Ende von „Bloodsucker“. A DAY TO REMEMBER wären eine ganz ordentliche Popband, wären da nicht immer wieder die kleinen gezielten Wutausbrüche, wie der massive Break in „Last chance to dance“. Man muss einfach seinen Hut vor dem Einfallsreichtum der Band ziehen. Da stecken oft mehr Ideen in einem einzigen Song als in so manchen Alben von anderen Künstlern. Wer so viele Ideen mit einer solchen Eingängigkeit verbindet, beweist großes Talent in Sachen Songwriting. Es entsteht das Gefühl, dass A DAY TO REMEMBER mit „You’re Welcome“ ein richtiges Manifest geschaffen haben. Ein Zeitdokument, das eindrucksvoll offenbart, zu was die Band 2021 imstande ist.