
Auf Recherchereise auf den Kanaren wurde mir im Dezember 2025 diese LP zugesteckt, auf deren Cover eine Horde wütender Männer durch die Straßen zieht, getreu dem alten Motto „Skins & Punx united“. A.S.C.O kommen aus La Orotava auf Teneriffa, einer Stadt, die aus deutschem Blick maximal als touristisches Ausflugsziel wahrgenommen wird. Wie A.S.C.O aber zum grassierenden Tourismus auf ihrer Insel stehen, kann man dem Text von „Canarias se defiende“ entnehmen, einer wütenden Abrechnung mit der Situation vor Ort – Unabhängigkeit wird als (vermeintliche) Lösung gesehen. In „Soplapollas municipal“ wiederum wird mit den „Arschlöchern“ vom städtischen Ordnungsamt abgerechnet, „Streetpunk Canarias“ ist so was wie der „Theme song“, wo man sich selbst als „alte Hunde“ der Szene bezeichnet und mit der eigenen Pöbeligkeit kokettiert. Ein Thema, das in der spanischen Punk-Szene generell stark präsent ist und damit auch auf den Kanaren: Gaza. Entsprechend gibt es hierzu mit „Pueblo Palestino“ einen Song – alles in allem eher die Situation wütend beschreibend. Musikalisch sind A.S.C.O als Streetpunks mehr der klassisch-gröligen britischen Tradition verhaftet, derb und wütend, wohingegen CRIM oder LA INQUISICIÓN von der iberischen Halbinsel eine modernere Version dieses Themas repräsentieren. Aber alles in allem gibt es auf „Sangre Y Fuego“ („Blut und Feuer“) ordentlich und engagiert auf die Fresse.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #184 Februar/März 2026 und Joachim Hiller