
Nicht alles, was aus Düsseldorf kommt, klingt wie DIE TOTEN HOSEN oder BROILERS. Manches gleicht auch eher DAF oder KRAFTWERK. ASSFALT – deren Bandname im anglo-amerikanischen Sprachraum sicher für einige Lacher sorgen wird – sind mehr auf der Spur der letztgenannten Ikonen unterwegs. Allerdings derart, dass es sich so anhört, als hätten sie mit den Tonspuren den Boden im Ratinger-Hof aufgewischt. Derber Industrial-Noisepunk wird auf dem ersten Demo geboten, an Tommi Stumpff und EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN erinnernd, mit einem Faible für Provokation („Gummijesus“) und mit Krach als Konzept. Dazu passen natürlich Kasernenhof-artig rausgebrüllte deutsche Lyrics, die die maschinenhafte und klaustrophobische Atmosphäre der fünf Tracks noch einmal unterstreichen. Es sind zumeist Slogans, die sich auf die Kraft der Assoziation verlassen, simpel und monoton über die Stampf-Rhythmen gekärchert. Schon spannend, weil die Texte zuweilen auch ganz konkret deutschen Alltagshorror beschreiben, wie beispielsweise das seltsame Treiben der „Schützenbrüder“.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #182 Oktober/November 2025 und Gary Flanell