
Ende der 1980er waren nicht nur in der britischen Punk-Szene die Genre-Grenzen fließend geworden, Anarcho-Punk etwa öffnete sich hin zu metallischen Klängen, ebenso Grindcore und Co. Die 1985 gegründeten AXEGRINDER aus London standen zu Beginn mit beiden Beinen in der britischen Anarcho-Punk-Szene, AMEBIX und SACRILEGE waren bei ihnen hoch im Kurs. Nach einem Tape 1987 nahmen sie 1988 für Peaceville das „The Rise Of The Serpent Men“-Album auf, näherten sich auf diesem dem dystopischen, dunklen Sound von KILLING JOKE an und wurden dafür abgefeiert, aber auch mit VENOM referenziert. Doch so positiv das Album aufgenommen wurde, der Erfolg wurde den Hauptmitgliedern Steve Alton (gt) und Trev (voc) wohl vermiest durch eine sich wandelnde Szene – und 1990 war dann endgültig Schluss. Der 1989 eingestiegene Cliff Evans machte bei den Death-Metallern FLESH, die anderen mit WARTECH weiter. 2015 fanden sich AXEGRINDER wieder zusammen, veröffentlichten 2018 das neue Album „Satori“ auf Rise Above und ließen es 2020 wieder bleiben. Nachdem Peaceville „The Rise Of The Serpent Men“ zuletzt 2017 neu aufgelegt hatte, gibt es nun erneut eine Neuauflage. Keine Bonustracks, keine Linernotes, aber immerhin die Texte im Booklet. Wer auf dystopisch-düsteren Grenzgänger-Sound zwischen Anarcho-Punk und Metal steht, mit coolen atmosphärischen Momenten à la AMEBIX, sollte AXEGRINDER spätestens jetzt entdecken.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #141 Dezember/Januar 2018 und Joachim Hiller
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #184 Februar/März 2026 und Joachim Hiller