
Auf dem Debüt „Late For An Early Grave“ von BASHFUL BILLY mit Sänger Argyle Goolsby (BLITZKID) und Gitarrist Nicholas Edward (DARKER DAYS) geht es auf eine Zeitreise durch die mit Spinnweben bedeckten Korridore der Post-Punk-Romantik der frühen 1980er Jahre. Das ist ein schwermütiger Liebesbrief an die Pioniere der britischen Melancholie in Gestalt von THE SMITHS, deutlich hörbar schon beim Opener „Butcherbird“, mit an Morrissey gemahnenden Lyrics und dem Jingle-Jangle-Gitarrensound von Johnny Marr, bis hin zu Reminiszenzen an THE CHURCH. THE SMITHS haben jedoch die DNA der Band am nachdrücklichsten geprägt. Und das ist gut so. Ein Song wie „Beyond the vale“ ist wohltuend nahe an deren „There is a light that never goes out“. Dahin gehauchte Echos einer klirrenden Verzweiflung. Zudem hat Argyle Goolsby ein wenig den Bühnenhabitus des jungen Morrissey angenommen. Die Texte sind wie ein Beichtstuhl. Songs, getränkt von unerwiderter Liebe, stets ein zentrales Thema des von Oscar Wilde infizierten jungen Morrissey, schmerzhafte Isolation und Träume, die zu Asche geworden sind. Doch der Reiz liegt nicht nur in der schwelgerischen Dunkelheit, sondern auch in der Wärme und Hingabe, mit der diese behandelt wird. Argyle Goolsby lässt diese Verletzlichkeit spürbar zu.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #186 Juni/Juli 2026 und Markus Kolodziej