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BEYOND MOLOTOVS

IRGAC / Orangotango (Hg.)

Eigentlich produziere ich rezensive Texte am Fließband; in seltenen Fällen jedoch erschlägt mich das zu besprechende Werk förmlich. Solch ein Fall liegt bei dem „visuellen Handbuch“ „Beyond Molotovs“ vor. Diese von der International Research Group on Authoritarianism and Counter-Strategies (IRGAC) und dem Kollektiv Orangotango edierte Publikation bietet einen umfassenden Einblick in den globalen Antiautoritarismus, in dem man sich fast verlieren kann. Dieses monumentale Konvolut bringt fünfzig Abhandlungen von antiautoritären Bewegungen, Aktivist:innen, Künstler:innen und Expert:innen zusammen, dabei ihre emanzipatorischen Gegenstrategien sinnlich erfahrbar machend. „Visuelles Handbuch“ ist hier als Kategorisierung durchaus wörtlich zu nehmen, denn das bewusst überbordende, qualitativ hervorragende, erstklassig reproduzierte Bildmaterial, das den englischen Texten „zugefügt“ wird, dient keinesfalls ausschließlich dem Auflockern des linksbündigen Flattersatzes, sondern einem prominenten Sichtbarmachen der präsentierten Inhalte. Und jene „gehen hinaus“ über den Molotowcocktail, lassen sich also nicht simplifizieren auf Wurfbrandsätze, die bei militanten Operationen zum Einsatz kommen. Jedenfalls gibt es in diesem Buch neben, unter, über dem Molli vieles zu entdecken, was die Menschen auf der Welt dazu bewegt, gegen überall voranschreitende autoritäre Strömungen auf die Straße zu gehen und soziale Rechte zu erkämpfen (oder zu verteidigen) und mit ihrem Argumentieren und Agieren über die jeweils herrschenden Verhältnisse hinauszuweisen. Ein tolles, empowerndes Buch.

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