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BON IVER

Sable, Fable

Die Beliebtheit von BON IVER ist mir ein Mysterium. Ihren Indie-Folk finde ich eher mäßig, häufig disharmonisch, per se kein Grund auszurasten. „Sable, Fable“ – natürlich mit unnötig komplizierter Schreibweise, eines der Markenzeichen – ist die fünfte Platte und greift dafür drei Tracks der bereits erschienenen EP „Sable“ auf. Um diese von den folgenden Songs abzugrenzen, hat Justin Vernon Stille dazwischen geparkt. Was für ein Genie. „Speyside“ ist ein mit sich selbst ringender, von der Akustikgitarre und seiner Stimme getragener Song. Aber leider ohne jeglichen Höhepunkt und auch ohne echte Tiefe. Die musikalische Feder schwingt zu Boden, ohne Effekt. Dabei soll im Zentrum der Platte eine Geschichte über Liebe und den Weg von Dunkelheit zum Licht, von Traurigkeit zur Freude stehen. Die Effekte sind interessant, ebenso wie die Bläser in „Award season“ und die Anleihen von Country und Gospel. Vernon ist durchaus in der Lage, mit seinem besonderen Gesang tolle Momente zu kreieren, und lässt uns über die Lyrics nahe an sich heran. Vielleicht auch die einzige Möglichkeit, wie er selbst zu sich findet. Rein faktisch ist das natürlich ultra kreativ und mit einem gewissen Anspruch gestaltet. Bei mir kommt aber nur formelhafte Musik an, zu der andere – nicht ich! – sich herrlich selbst bemitleiden und mit verträumtem Blick vorm verregneten Fenster sitzen können.

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