
Australisches Urgestein, das sicher nicht zufällig ein Covermotiv wählt, das „Electric Warrior“ von T. REX zitiert, auch wenn das musikalisch nichts miteinander zu tun hat, außer dass es Größe vermittelt. Der schmale Waschzettel verspricht einmal mehr nicht zu viel. Merke: Je länger das Geseier ist, das einer Bemusterungs-LP beiliegt, desto grausamer ist in aller Regel die Musik. Sehr wenige Ausnahmen bestätigen die Regel. Hier sind es gerade mal fünfeinhalb Zeilen, die den Sound ziemlich treffend umreißen. SUICIDE treffen auf THE JESUS & MARY CHAIN (ohne deren Gitarrenfeedbacks, sprich: ab „Darklands“ und noch passender „Damage & Joy“), insbesondere deren Vocals. Atmosphärischer Sound, zurückgelehnt, entspannt, mehr gehauchte als gesungene Vocals, repetitive Momente, solider Drumsound aus der Box, dazu etwas Gitarre und Synthesizer. Manchmal wirken die Songs eher wie hingeworfene Skizzen, die auftauchen und wieder verschwinden, aber genau aufzeigen, wohin die Reise geht, um dann auch schon wieder ausgeblendet zu werden. Langeweile kommt hier nicht auf, denn nichts wird überstrapaziert und die Kraut-Elemente haben ihren Reiz. Musik für lange Autofahrten, entspanntesten Sex für Tage, an denen man wirklich nichts anderes vorhat, oder wenn man sich aus einer Laune heraus mal wieder einen relaxten Tag mit einer Bong gönnt. Breit sein, ohne dieses ganze Hippiegefussel, herrlich.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #185 April/Mai 2026 und Kalle Stille