
Bereits 2003 entstand der auch hierzulande veröffentlichte südkoreanische Film „Save the Green Planet“ von Regisseur Jang Joon-hwan. Darin geht es um einen Bienen züchtenden, leicht verwahrlosten Verschwörungstheoretiker, der versucht eine Alien-Invasion abzuwenden, indem er den Manager eines Chemiekonzerns entführt, den er für einen Außerirdischen vom Planeten Andromeda hält. Der für seine extravaganten Filme wie „The Lobster“, „The Killing of a Sacred Deer“ oder „Poor Things“ bekannte griechische Regisseur Giorgos Lanthimos drehte jetzt ein Remake von „Save the Green Planet“ unter dem Titel „Bugonia“, bei dem wohl ursprünglich sogar Jang Joon-hwan selbst Regie führen sollte, der zuvor neun Jahre lang nichts neues mehr produziert hatte. Wer das Original und damit die Auflösung kennt, dürfte deutlich weniger Spaß an „Bugonia“ haben (der kryptische Titel bezieht sich auf einen mit Bienen verknüpften Volksbrauch im antiken Mittelmeerraum), auch wenn es viele handlungstechnische Veränderungen im Vergleich zu „Save the Green Planet“ gibt. Beim Remake ist auch deutlich Lanthimos’ typische Handschrift zu erkennen, vor allem hinsichtlich seines Faibles für Absurditäten. Aus dem Manager eines Chemiekonzerns wurde eine von Emma Stone (die auch schon in den beiden vorherigen Filmen von Lanthimos dabei war) gespielte Vorstandsvorsitzende eines Pharmariesen. Und aus dem Verschwörungstheoretiker und seiner zurückgebliebenen Freundin wurde ein ähnlich geistig beschränktes Hillbilly-Brüderpaar, das dem Bodensatz des Fußvolks der MAGA-Bewegung entsprungen zu sein scheint. Dadurch bekommt Lanthimos’ böse und blutige Science-Fiction-Komödie, die jetzt auf DVD und Blu-ray erschien, fast eine tagesaktuelle Bedeutung, die unserer selbstzerstörerischen Gesellschaft auf satirische Weise gekonnt den Spiegel vorhält.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #184 Februar/März 2026 und Thomas Kerpen