DAS ALTE FINSTERE HAUS

Vor zwei Jahren erschien bei Pidax eine DVD-Neuauflage von James Whales „The Old Dark House“, der hierzulande erst Ende der 1980er in deutsch synchronisierter Form im TV seine Premiere hatte, als „Das Haus des Grauens“ und alternativ als „Das alte finstere Haus“. Man hört der handwerklich ordentlichen deutschen Synchronisation natürlich an, dass sie erst so spät entstand, trotz altgedienter Sprecher wie Klaus Höhne. Zugrunde lag eine 2017 entstandene, qualitativ exzellente 4K-Abtastung von „The Old Dark House“. Bonusmaterial gab es auch, in Form eines kurzen Interviews mit Boris Karloffs Tochter Sara und eines Audiokommentars mit der 2010 verstorbenen Hauptdarstellerin Gloria Stuart, neben einem Featurette mit Curtis Harrington, der in den 1970er Jahren ein Negativ des bis dahin verschollenen Films entdeckte. Untertitel für die Originalfassung fehlten leider wie so oft bei Pidax, deren Veröffentlichung inzwischen schon wieder gestrichen ist. Ersatz gibt es in Form einer normalen Blu-ray und 4K UHD-Variante in ähnlich guter Qualität und mit identischen Extras. Deutsche und englische Untertitel für die englische Originaltonspur sind diesmal auch vorhanden, die schon sehr zur Atmosphäre dieser viel zu unbekannten, schwarzhumorigen Horrorgroteske von Whale beiträgt, dem wir legendäre Universal-Monster-Filme wie „Frankenstein“ und „Der Unsichtbare“ zu verdanken haben. In „The Old Dark House“ arbeitete er auch wieder mit „Frankenstein“-Darsteller Boris Karloff zusammen, der den stummen und entstellten Butler einer ziemlich bizarren Familie spielt, die in einem heruntergekommenen Herrenhaus in den Bergen von Wales lebt. In deren Haus stranden ein paar Reisende, die von sintflutartigem Regen überrascht wurden, und in diesem bizarren Kammerspiel mit einer ziemlich geisteskranken Sippe konfrontiert werden.

Anzeige