Es ist sicherlich keine grobe Pauschalisierung, wenn man sagt, dass die Rollen, die Charles Dennis Buchinsky, besser bekannt als Charles Bronson, nach dem Erfolg von Michael Winners Selbstjustiz-Schocker „Ein Mann sieht rot“ („Death Wish“) annahm, qualitativ zu wünschen übrig ließen. Zumal es sich dabei oft nur um Variationen von Winners Film handelte, darunter vier weitere „Death Wish“-Streifen, allesamt produziert von der Action-Trash-Schmiede Cannon Films. Einer davon wurde auch vom Briten J. Lee Thompson gedreht, der in den 1960ern mal für Klassiker wie „Die Kanonen von Navarone“ und den großartigen Psychothriller „Ein Köder für die Bestie“ verantwortlich war. Ähnlich wie bei Bronsons Karriere war auch bei Thompson in den 1980ern die Luft raus, mit dem er 1977 noch den interessanten „Der weiße Büffel“ drehte, eine Western-Variante von „Der weiße Hai“ und „Moby Dick“. Thompsons vorletzter Film vor der Rente war „Das Gesetz ist der Tod“ („Messenger Of Death“), der bereits schon mal 2004 auf DVD erschien und jetzt in guter Qualität auf Blu-ray veröffentlicht wurde, Extras gibt es bis auf den Trailer keine. „Das Gesetz ist der Tod“ gehört dabei zu den interessanteren Spätwerken des ikonischen Darstellers. Bronson spielt darin zur Abwechslung mal keinen abgebrühten Rächer, sondern, erstaunlich seriös, den Reporter Garret Smith aus Denver, der sich in die ländlicheren Regionen von Colorado begibt, um dort in einem ungewöhnlichen Mordfall zu recherchieren, bei dem drei Mormonen-Frauen ermordet wurden. Ähnlich wie Harrison Ford in „Der einzige Zeuge“ (darin ging es um die Glaubensgemeinschaft der Amischen) gerät der Reporter in eine von religiösen Fanatikern beherrschte anachronistische Welt. Leider reicht es bei Thompsons eher konventionellem Action-Thriller nur zu einer oberflächlichen Betrachtung dieses düsteren Glaubenskrieges.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #179 April/Mai 2025 und Thomas Kerpen