Der 2023 im stolzen Alter von 100 verstorbene amerikanische Filmregisseur, Filmproduzent und Drehbuchautor Bert I. Gordon dürfte wohl nur Fans von unterdurchschnittlichen und unfreiwillig komischen Science-Fiction- und Horror-B-Movies der 1950er Jahre bekannt sein. Darunter Heuler wie „Die Rache der schwarzen Spinne“ („Earth vs. the Spider“) oder „Gigant des Grauens“ („War of the Colossal Beast“), wo er auch für die jämmerlichen Spezialeffekte verantwortlich war. Und so war Gordon auch ein gern gesehener Gast in der zwischen 1988 und 1999 entstandenen Fernsehserie „Mystery Science Theater 3000“, die sich über vermeintlich schlechte B-Movies lustig machte, quasi die amerikanische Entsprechung von SchleFaZ, wo auch zwei seiner Filme durch den Kakao gezogen wurden. Insofern ist es durchaus überraschend, dass Gordon mit „Das Zauberschwert“ („The Magic Sword“) mal einen wirklich passablen Film ablieferte, obwohl er auch hier die bescheidenen Spezialeffekte zu verantworten hatte. Im Vergleich zu aufwändigeren Fantasyfilmen dieser Zeit wirkt „Das Zauberschwert“ natürlich immer noch ziemlich trashig, aber die Story, die sich an der Legende vom Drachentöter Georg orientiert, ist nicht unbedingt einfältiger und wartet mit den üblichen Zutaten auf, wie entführten Prinzessinnen, liebestollen und todesmutigen Helden, bösen Zauberern (Basil Rathbone, der als Sherlock Holmes-Darsteller Bekanntheit erlangte), Drachen und anderen Monsterkreationen und lustigen Gimmicks wie dem titelgebenden Zauberschwert. Hierzulande lief der überraschend selbstironische und charmante „Das Zauberschwert“ nie in den Kinos und wurde erst 1990 für eine Fernsehausstrahlung durchaus ordentlich deutsch synchronisiert. Auf Blu-ray erschien er jetzt das erste Mal, die wie auch die DVD-Neuauflage eine gute Bildqualität liefert.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #178 Februar/März 2025 und Thomas Kerpen