
Der Nachfolger von „Cold World“ fällt so stark und zwingend aus, wie man es sich erhofft hat; vielleicht sogar stärker. DEATH LENS haben sich nicht lumpen lassen und gleich mehrere Schippen draufgelegt. Die Zugänglichkeit und das Hitpotenzial der zwölf neuen Tracks erscheinen spürbar erhöht: Jeder einzelne Song der vier Kalifornier ist ein verdammter Ohrwurm, der sofort zündet, mitreißt und hängenbleibt. Gleichzeitig besitzt „What’s Left Now?“ eine neue, wache Reife, über die das Vorgängeralbum in dieser Form noch nicht verfügte. An Tatendrang und Feierlaune mangelt es der Band weiterhin nicht, doch DEATH LENS haben ihren Blick auch erweitert. Neben den euphorischen, sonnendurchfluteten Hooks liefern sie nun auch kritischere Beobachtungen ihres Umfelds; soziale Spannungen, persönliche Überforderung und das Leben zwischen Aufbruch und Ernüchterung. Diese Themen zahlen spürbar auf die Substanz des Albums ein und verleihen den Songs eine Tiefe, die über reinen Party-Drive hinausgeht. Es ist eine Entwicklung, die an MILITARIE GUN erinnert, mit denen die Band zuvor auf Tour war, bevor sie zu Zach Tuch (TOUCHÉ AMORÉ, KNOCKED LOOSE) ins Studio ging, um „What’s Left Now?“ aufzunehmen. Diese Nähe zur aktuellen US-Punk- und Indie-Szene hört man dem Album an: Es ist energetisch, melodisch, emotional und gleichzeitig erstaunlich fokussiert. DEATH LENS sind zwölf erstklassige Tracks gelungen zwischen Garage- und Surfrock, Indiepunk sowie einer Prise Britrock-Attitüde. Die eigene Laune steigt unmittelbar, selbst wenn die Texte mitunter ernste Themen verhandeln. Genau diese Mischung aus Leichtigkeit und Ernst, aus jugendlicher Unruhe und erwachsener Reflexion macht „What’s Left Now?“ zu einem Album, das gleichermaßen Spaß macht und im Ohr bleibt.
© by Fuze - Ausgabe #106 Juni/Juli 2024 und Dennis Müller
© by Fuze - Ausgabe #118 Juni/Juli 2026 und Arne Kupetz
© by Fuze - Ausgabe #106 Juni/Juli 2024 und Sebastian Koll
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #175 August/September 2024 und Sebastian Wahle
© by Fuze - Ausgabe #118 Juni/Juli 2026 und Arne Kupetz