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DEFTONES

Ohms

Meine Beziehung zu den DEFTONES startete 1997, als das sensationelle zweite Album „Around The Fur“ erschien, 1995 hatte man bereits mit dem Debüt „Adrenaline“ für Furore gesorgt. Auf der dazugehörigen Tour 1998 haben sie die völlig ausverkaufte Zeche Carl in Essen fast abgerissen. Anfangs noch dem Crossover-Sektor zugeordnet, sollte man die DEFTONES bald dem zu jener Zeit aufkommenden New Metal-Trend zurechnen – etwas, das die Band selber später immer wieder von sich weisen sollte. Um die Jahrtausendwende wurden die Alben „künstlerisch wertvoller“, sie verloren an Wucht – statt grooviger Alternative-Metal-Smasher war nun mehr dezentrales Songwriting angesagt. In Kritikerkreisen ist das 2000er-Werk „White Pony“ allerdings hoch angesehen. zwanzig Jahre und einige Releases später sind die DEFTONES nun erneut mit Terry Date (dem Producer ihrer ersten vier Alben) ins Studio gegangen, um mit „Ohms“ eine Platte zu schaffen, die eine ähnliche Wucht und Direktheit entwickelt wie die ersten beiden Alben der Band um Sänger Chino Moreno. Dieser hat es nicht verlernt, seine imposante Mischung aus Shouts und Gesangspassagen absolut authentisch rüberzubringen – das überzeugt 2020 ebenso wie in den Neunzigern. Nicht dass die letzten Alben des Sacramento-Fünfers schlecht waren, hier aber finden sie deutlich zu alter Stärke und Straightness zurück.