DEN MÖRDER TRIFFT MAN AM BUFFET

Gérard Depardieu zählt zu den bedeutendsten Charakterdarstellern des französischen Films, dürfte aber auch eines der größten Arschlöcher sein, die das Land hervorgebracht hat. Gerade wurde der 76-Jährige wegen sexueller Übergriffe zu 18 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt, zudem blüht ihm eine Aufnahme ins französische Register für Sexualstraftäter – quasi ein Stern auf dem Walk of Shame. Und weitere Prozesse drohen ihm. Ein Arsch ist der scheinbar dauerbesoffene Depardieu aber schon länger, der seit 2012 dank Putin (ziemlich beste Freunde) die russische Staatsbürgerschaft besitzt (in Frankreich störte ihn die Einführung einer Reichensteuer) und die Ukraine als Teil von Russland bezeichnet. Sollte man deshalb Depardieu von seinem filmischen Speiseplan streichen? Im Fall des wirklich brillanten „Den Mörder trifft man am Buffet“ („Buffet froid“, also „Kaltes Buffet“) wäre das auf jeden Fall bedauerlich. Der erschien jetzt das erste Mal auf DVD (in guter Qualität und sogar mit deutschen Untertiteln für die Originalfassung) und wurde erst 1992 für eine Fernsehausstrahlung synchronisiert, allerdings sehr gelungen – so hat Depardieu seinen Stammsprecher Manfred Lehmann. Regie führte der Anfang des Jahres verstorbene Bertrand Blier, der auch das Drehbuch schrieb, Sohn von Bernard Blier, einem der profiliertesten Charakterdarstellern Frankreichs, der auch in „Den Mörder trifft man am Buffet“ mitspielt, neben Jean Carmet. Blier, Carmet und Depardieu bilden in dieser herrlich absurden und surrealen schwarzhumorigen Parabel mit Krimi-Elementen über moralisch und menschlich abgestumpfte Stadtbewohner ein skurriles Trio – ein Arbeitsloser, ein notorischer Frauenmörder und ein Kriminalinspektor –, das eher zufällig zusammenfindet und ständig in irgendwelche seltsamen Mordgeschichten verwickelt wird.

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