
„Der Herr der sieben Meere“ („The Sea Hawk“) von 1940 gehört zu den Highlights im Schaffen des gut aussehenden und sportlichen Errol Flynn, der das Image des „Haudegens“ wie kaum ein anderer Darsteller dieser Zeit verkörperte, und darin 1586 im Auftrag seiner Majestät das englische Königreich gegen den Weltmachtanspruch Spaniens zur See verteidigt. Bereits zwei Jahre zuvor hatte Flynn mit seiner Darstellung der Sagenfigur Robin von Locksley in „Robin Hood, König der Vagabunden“ die Abenteuerfilme des klassischen Hollywoodkinos maßgeblich geprägt. Der eigentliche Regisseur von „Robin Hood“ war William Keighley, später wurde noch Michael Curtiz („Das Geheimnis des Wachsfigurenkabinetts“) für zusätzliche Action- und Außenszenen hinzugezogen, der dann auch „Der Herr der sieben Meere“ drehte. Den Seeräuber mimte Flynn auch noch Anfang der 1950er Jahre in „Gegen alle Flaggen“ und „Der Freibeuter“, als man dem ergrauten Mittvierziger langsam sein exzessives Privatleben ansah, der aber als charmanter Womanizer und verwegener Draufgänger immer noch gut funktionierte. Auf Blu-ray erschien „Der Herr der sieben Meere“ jetzt das erste Mal. Die schön aufgemachte 2-Disc-Digipak-Edition enthält neben dem gesamten damaligen Kino-Vorprogramm (Kurzfilm, Cartoon und Newsreel) als Bonus die bereits zweistündige, aber nicht ganz vollständige alte deutsche Fassung und noch eine ein paar Minuten längere, die zusätzliche, teilweise nur untertitelte Szenen enthält. Die Qualität ist angesichts des Alters des Schwarz-Weiß-Films sehr gut, dennoch gibt es vor allem beim Ton einige Qualitätsschwankungen. Auch wenn die romantischen Szenen zwischen Flynn und Brenda Marshall nur so vor Kitsch triefen, liefert der bisweilen sogar überraschend düstere Film auch ohne CGI-Einsatz ein zeitloses und spektakuläres historisches Seeabenteuer.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #182 Oktober/November 2025 und Thomas Kerpen