
„Der Mann, der sein Gehirn austauschte“ gehört zu den zahllosen Filmen, in denen der englische Darsteller Boris Karloff in den 1920er und 1930er Jahren zu sehen war und von denen die wenigsten die Klasse von „Frankenstein“ (1931) erreichten. „Der Mann, der sein Gehirn austauschte“ erschien hierzulande schon mehrmals auf DVD (deutsch synchronisiert wurde er erst 1996), jetzt zum ersten Mal auch auf Blu-ray in verbesserter Qualität. Untertitel fehlen, dafür gibt es einen Audiokommentar und ein kurzes Interview mit Karloffs Tochter Sara Karloff, das schon auf der DVD von „Das alte finstere Haus“ enthalten war. „Der Mann, der sein Gehirn austauschte“ wurde unter zahlreichen alternativen Titeln vermarktet wie „The Brainsnatcher“, „The Man Who Lived Again“ oder „Dr. Maniac“ – „Dr. Brainiac“ wäre vielleicht eine amüsantere Variante. Der Originaltitel „The Man Who Changed His Mind“ besitzt eine interessante Doppeldeutigkeit, denn das kann man so verstehen, wie es der deutsche Titel tut, aber „to change one’s mind“ heißt ebenfalls „es sich anders überlegen“. Regisseur Robert Stevenson ist vor allem für Walt-Disney-Filme wie „Mary Poppins“ bekannt, und der dem „Mad Scientist“-Subgenre zuzuordnende „Der Mann, der sein Gehirn austauschte“ scheint der einzige Horrorfilm zu sein, den er in seiner Karriere drehte, und dessen Ideen sich später zum Teil in Douglas Trumbulls „Projekt Brainstorm“ wiederfinden lassen. Karloff spielt darin Dr. Laurience, einst ein angesehener Wissenschaftler, dessen Theorien von seinen Wissenschaftlerkollegen abgelehnt werden, denn er will den Geist eines Menschen in einen andern Körper übertragen, ein Experiment, das in diesem kurzen, aber effektiven Sci-Fi-Horror-Thriller erwartungsgemäß auf unmoralische Weise außer Kontrolle gerät.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #118 Februar/März 2015 und Anke Kalau