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DIE PHILOSOPHIN, DER HUND UND DIE HOCHZEIT - Die Geschichte von Hipparchia, einer der ersten Philosophinnen

Barbara Stok

Der deutsche Wikipedia-Artikel über Hipparchia, eine griechische Philosophin, die etwa 300 v. Chr. lebte, ist bemerkenswert kurz. Über sie ist wenig bekannt, abgesehen von Legenden, in denen sie geslutshamet wird. So weit, so typisch. Gut, dass die niederländische Autorin und Illustratorin Barbara Stok sie jetzt zur Protagonistin ihrer Graphic Novel „Die Philosophin, der Hund und die Hochzeit“ gemacht hat. Stok erzählt darin von Hipparchias Tabubrüchen, die heimlich Schriften von Sokrates studierte, Männerkleidung trug, um an philosophischen Diskussionsrunden teilnehmen zu können, und schließlich alle um sich herum schockierte. Denn sie schlug eine Ehe mit einem reichen Mann aus, um stattdessen den Philosophen Krates zu heiraten. Mindestens genauso schlimm: Die beiden lebten als gleichberechtigtes Paar auf der Straße. Krates war damals nämlich einer der wichtigsten Vertreter der Kyniker. Die Anhänger dieser Strömung waren davon überzeugt, durch radikalen Minimalismus zu einem „guten Leben“ und Weisheit zu gelangen. Das Motto der Kyniker: Demaskiere das Wertesystem! Klingt ein bisschen hippiemäßig alles, aber spannend ist es allemal. Die witzigen Zeichnungen sind passend zum Thema minimalistisch gestaltet und erinnern in ihrer Kindlichkeit an „Tim und Struppi“. Auch die Dialoge sind einfach und kurz gehalten. Beim zweiten Lesen entdeckt man viele Details, die einem bei der ersten Lektüre entgangen sind. „Die Philosophin, der Hund und die Hochzeit“ eignet sich hervorragend, um Jugendliche an philosophische und gesellschaftliche Fragen heranzuführen, macht aber auch Erwachsenen Spaß.

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